30 Tage #greenscooterchallenge – 1.200 km durch Deutschland – Reisetagebuch

Story Highlights

  • Reisetagebuch zur 30 Tage #greenscooterchallenge
  • 1.200 km durch Deutschland auf einem E-Scooter
  • Bisher: Interessierte Anwohner & hilfsbereite öffentliche Einrichtungen!

In 30 Tagen legt unser Fahrer Igor 1.200 km durch Deutschland auf einem E-Scooter zurück. Was er dabei erlebt, auf welche Menschen er trifft, welche Hindernisse es zu meistern gibt und ob E-Scooter wirklich ein verlässliches Fahrzeug sind, darüber berichten wir hier in unserem Reisetagebuch.

Inhaltsverzeichnis:

Tag #1 – Weil am Rhein ≫ Freiburg
Tag #2 – Freiburg ≫ Europapark Rust
Tag #3 – Europapark Rust ≫ Straßburg (FR)
Tag #5 – Straßburg ≫ Raststatt
Tag #6 – Raststatt ≫ Bruchsal
Tag #7 – Bruchsal ≫ Mannheim
Tag #8 – Mannheim ≫ Darmstadt
Tag #9 – Darmstadt ≫ Frankfurt
Tag #10 – Raunheim ≫ Mainz
Tag #12 – Mainz ≫ Rüdesheim am Rhein
Tag #13 – Rüdesheim am Rhein ≫ Koblenz
Tag #14 – Koblenz ≫ Bonn
Tag #15 – Bonn ≫ Köln
Tag #16 – Köln ≫ Düsseldorf
Tag #19 – Düsseldorf ≫ Bochum
Tag #20 – Bochum ≫ Waltrop
Tag #21 – Waltrop ≫ Münster
Tag #22 – Münster ≫ Osnabrück
Tag #23 – Osnabrück ≫ Vechta
Tag #24 – Wildeshausen ≫ Bremen
Tag #26 – Bremen ≫ Ahlerstedt
Tag #27 – Ahlerstedt ≫ Hamburg
Tag #28 – Hamburg
Tag #29 – Hamburg ≫ Bad Bramstedt
Tag #30 – Bad Bramstedt ≫ Kiel
Fazit

Tag #1 – von Weil am Rhein bis Freiburg

01.08.2019

Es ist 08.30 Uhr an der deutsch-schweizerischen Grenze. Mit unserem Greenscooter haben wir uns auf Schweizer Seite vor dem Grenzschild der Bundesrepublik Deutschland positioniert. Igor legt einen lautlosen Start mit dem abgasfreien E-Scooter hin und rollt über die deutsche Grenze. Startschuss!

Heute geht es von Weil am Rhein nach Freiburg. Insgesamt 68km wird Igor heute in rund 7 Stunden und 30 Minuten auf dem E-Scooter zurücklegen. Das ihn dabei bereits unvorhergesehene Hindernisse erwarten werden, weiß er natürlich noch nicht. Doch sie zeigen sich bald.

Fahrradweg ist nicht gleich Fahrradweg – fährt der E-Scooter über Schotter?

Es passiert auf den ersten zwanzig Kilometern entlang des Rheins: Das, was Google Maps uns als Fahrradweg vorgestellt hat, entpuppt sich als unebener Schotterweg. Keine Idealbedingungen für eine Fahrt mit dem E-Scooter.

Igor, der natürlich mit Helm unterwegs ist, wird jetzt ganz schön durchgerüttelt. Doch der Metz Moover und sein Scooterfahrer halten sich Wacker: Ohne Stürze oder Unfälle steuern sie weiter auf Bad Bellingen zu.

Der Rhein aber hat noch ein weiteres Hindernis in petto: Der Kiesweg ist teilweise überflutet. Hier gibt es mit dem E-Scooter definitiv kein sicheres Durchkommen mehr. Igor bleibt also nichts anderes übrig als sein Fahrgefährt anzuheben und balancierend über Steine durch die Wassermassen zu stapfen.

Ladesteckdose finden? Freundlich fragen!

Bad-Bellingen als eine Zwischenstation des heutigen Tages empfängt Igor und das #greenscooterchallenge Team mit offenen Armen. Die Mitarbeiter im Rathaus öffnen bereitwillig Tür und Steckdose, um die baldige Weiterfahrt zu ermöglichen.

Auf der Fahrt hört Igor von bisher ausschließlich positiv interessierten Dorfbewohnern immer wieder einen Satz: „Uuh… guck mal, das sind die neuen elektrischen Tretroller!“, wird sich da gegenseitig zugetuschelt.

Angekommen an der heutigen Zieletappe in Freiburg stellen wir fest: Igor war auf Sonnenschein nicht gut genug vorbereitet. Bis auf den Sonnenbrand ist unser Fahrer aber fit und bei bester Gesundheit. Trotz den 68 zurückgelegten Kilometern über teilweise schwierige Strecken hat sich die Fahrt mit dem E-Scooter bis hierhin als gut machbar erwiesen.

Erfahrungen aus Tag #1:

  • Fahrradweg ist nicht gleich Fahrradweg
  • Der E-Scooter fährt auch über Kies- und Schotterpisten, allerdings wenig komfortabel
  • Die Resonanz der Anwohner entlang der Strecke ist bislang positiv
  • Wer freundlich fragt, findet in öffentlichen Einrichtungen fast immer eine Steckdose zum Aufladen des E-Scooters

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Tag #2 – von Freiburg bis zum Europapark in Rust

02.08.2019

Der heutige Tag beginnt wolkenverhangenen in Freiburg. Mit 20 km/h fährt unserer Fahrer Igor auf dem grünen E-Scooter dem Regenwetter gerade so davon. Einen kurzen Schauer stecken beide gut weg und es geht ohne Unterbrechung weiter.

Falsche Angaben zu E-Ladestationen

Es zeigt sich, dass das Wissen um Ladestationen noch begrenzt ist: Trotz vorheriger telefonischer Absprache mit dem Anbieter, der uns versichert das wir den E-Scooter an unserer ersten Zwischenstation laden können, finden wir vor Ort nur eine Tankstelle für E-Autos vor. Die Anschlüsse passen nicht und wir können den leergefahrenen Akku nicht füllen.

Ein ähnliches Problem hatten wir bereits gestern. Auch hier war die recherchierte E-Bike-Ladestation eigentlich nur für E-Autos gedacht.

Heute rettet uns die mitgebrachte Batterie des Back-Up-Teams, die wir noch Zuhause mit Grünstrom geladen haben, die Weiterfahrt.

Nicht erschrecken bei schnell sinkender Batterieanzeige

Mit voller Batterieanzeige geht es weiter in Richtung Europapark. Doch plötzlich verlieren wir gleich zwei Balken auf der Batterieanzeige. Igors Herz flattert. Reicht die Reichweite jetzt noch bis zum Ziel? Und woher der plötzliche Akkuverlust?

Wir erklären uns das so: Auf Etappe eins des heutigen Tages ging es vor allem bergab. Anhand der bis dahin gefahrenen Strecke errechnet der E-Scooter eine geschätzte Reichweite.

Die Bergabfahrt ist auf Etappe zwei allerdings vorbei, es geht auf selber Höhe geradeaus. Das frisst mehr Strom. Die Akkuanzeige wird angepasst – nicht zu unseren Gunsten.

Zum Europapark schafft Igor es dann trotzdem, auch ohne weitere Hilfe. Mit dem letzten Strom rollt er in das für heute festgesetzte Ziel ein. Die Strecke von 50 Kilometern ist damit in gut fünf Stunden inklusive Ladepause erreicht.

Igor on the Road – Einblicke in die Fahrt (und Katastrophen) aus Tag #2

Erfahrungen aus Tag #2:

  • Unwissenheit über E-Ladestationen sind groß
  • Informationen zu E-Ladestationen sind im Internet oft falsch
  • Der E-Scooter hält die vom Hersteller angegebene Reichweite von 25 km pro Ladung
  • Akkuanzeige passt sich an Verbrauch (bergauf / bergab Fahrt) an
  • Keine Panik: Ins Ziel kommt man trotzdem!

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Tag #3 – vom Europapark in Rust nach Straßburg

03.08.2019

Es ist der letzte Reisetag dieser Woche: Von Rust geht es auf dem E-Scooter 58 km nach Straßburg.

Zusammentreffen mit Verkehrsplaner von Lahr (Schwarzwald)

Auf dem Weg dorthin treffen wir zunächst den Verkehrsplaner der Stadt Lahr im Schwarzwald, Herr Stehr. Er teilt mit uns seine Einschätzung dazu, wie der Bürgerdialog gelingt, damit E-Scooter und E-Bikes Akzeptanz in der Bevölkerung finden.

Herr Stehr ist nicht nur bereit einen Streckenabschnitt mit uns zu fahren, sondern zeigt uns auch den örtlichen Jugendverkehrsübungsplatz. Hier absolvieren wir den „Führerschein“ für Erstklässler. Herr Stehr auf dem Lastenrad, unser Fahrer Igor auf dem E-Scooter.

E-Scooter Ladestationen: Es gibt sie doch!

Nach einem ereignisreichen Vormittag stoppen wir in Lahr und Offenburg um den E-Scooter und das begleitende E-Auto zu laden. An dieser Stelle hatten wir schon fast nicht mehr damit gerechnet, aber tatsächlich sind die Ladestationen und Ladeschränke wie ausgewiesen E-Scooter geeignet. Das Laden läuft nach Plan.

Die Grenzüberquerung nach Frankreich ist ebenso einfach: Ohne weitere Kontrollen reisen wir ein. Nur noch drei Kilometer vom Ziel entfernt, geht uns allerdings ein letztes Mal der Strom aus. Zuflucht finden wir in einem Café in dem wir auf Nachfrage kostenfrei laden dürfen.

Straßburg ist von E-Scootern begeistert

In Straßburg selbst wird die Fahrt durch die Stadt mit viel positivem Interesse begleitet. Mit Ausrufen wie „Magnifique!!“ (zu deutsch: ausgezeichnet/toll) wird unsere Fahrt kommentiert.

E-Scooter Sharing Anbieter gibt es hier in Straßburg noch nicht. Vielleicht ist gerade deshalb die Begeisterung so groß.

Doch das Fahren ist ein Abenteuer: Fahrradfahrer brettern über rote Ampeln, Fußgänger kreuzen jederzeit die vielbefahrenen Straßen. Wer es in Deutschland als Fahrrad- oder E-Scooter-Fahrer als gefährlich empfindet, würde hier wohl die Nerven verlieren. Nicht so aber unser Fahrer Igor: Nach 6 ½ Stunden Reisezeit kehrt er samt E-Scooter sicher im heutigen Tagesziel ein.

Interview mit Herrn Stehr, dem Verkehrsplaner der Stadt Lahr (Schwarzwald)

Erfahrungen aus Tag #3:

  • Interview mit Verkehrsplaner Herr Stehr über die Akzeptanz von E-Scootern
  • Straßburg: Chaotische Verkehrsverhältnisse für E-Scooter-Fahrer
  • Hin- und wieder stimmen die Onlineangaben zu Ladestationen eben doch!

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Tag #5 – von Straßburg bis Raststatt

05.08.2019

Die heutige Etappe, die die längste der bisherigen Reise werden wird, beginnt auf französischer Seite. Entlang des Rheindamms geht es zurück nach Deutschland. Außerhalb des wüsten Stadtverkehrs lässt sich sagen: Die Fahrradwege in Frankreich sind insgesamt besser gekennzeichnet als in der Heimat. Durchgezogene Linien markieren die Fahrradwege und dürfen von Autos nicht überfahren werden. Das funktioniert gut und geht mit einem sicheren Fahrgefühl einher.

Im „grünen Rathaus“ in Rheinau, wieder auf deutscher Seite, werden wir zum Laden des E-Scooters eingeladen. Das Rathaus der Stadt produziert mit der hauseigenen Solaranlage selbst grünen Strom. Hier erholt sich Igor währenddessen auch von dem Schock des ersten Sturzes: Passiert ist ihm glücklicherweise nichts!

Der erste Schockmoment der Reise

Doch unebener Kiesweg kurz vor Rheinau brachte den E-Scooter bei voller Fahrt ins Schleudern. Während Igor sicher auf den eigenen Füßen landete, rutschte der E-Scooter auf dem Damm in Richtung Flussbett. Ein beherzter Griff nach dem Lenker verhinderte glücklicherweise den Verlust unseres Fahrzeugs.

Interview in Baden-Baden

Das schöne Baden-Baden etwas später am Tag entschädigt dann mit seiner traumhaften Kulisse für den Schreckmoment. Außerdem werden wir von einem sehr netten Journalisten des Badener Tageblatts willkommen geheißen und sprechen in einem Interview über E-Scooter, E-Scooter Zulassungen und das Fahren in Kleinstädten. Der Artikel wird in den nächsten Tagen veröffentlicht.

Kürzere Etappen mit mehr Akkureserve empfehlenswert

Mit 74,9 km in 9 ½ Stunden haben wir heute mit Abstand die längste Route gemeistert. Tatsächlich aber erreichten wir jede geplante Ladestation mit dem aller-, allerletzten Strom des E-Scooter Akkus.

Für die Zukunft merken wir uns: Lieber mit etwas mehr Puffer planen. Auch wenn alles gut gegangen ist, schont eine größere Akkureserve die eigenen Nerven.

Erfahrungen aus Tag #5:

  • Der erste Sturz auf unebenem Kiesweg: Zum Glück nix passiert!
  • Das „grüne Rathaus“ in Rheinau ist ein Vorbild in Sachen grüner Energie
  • Interview mit dem Badener Tageblatt
  • Kürzere Etappen mit mehr Akkureserven bevorzugen

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Tag #6 – von Raststatt bis Bruchsal

06.08.2019

Die Sonne lacht vom Himmel, der E-Scooter rollt verlässlich über den Asphalt. Nach dem gestrigen Tag kann unser Fahrer Igor ein solches Kontrastprogramm heute wirklich gut gebrauchen.

Beim ersten Stopp der Etappe treffen wir mit den Machern von „Nachhaltiges Ettlingen“ in der gleichnamigen Stadt zusammen. Mit den Bloggern sprechen wir über E-Scooter, Unfälle und Sinnhaftigkeit. Eins zeigt sich in Ettlingen bereits: Im gebirgigen Schwarzwald sind die E-Tretroller nicht die allerbeste Lösung. Die starken Anstiege sind eher nichts für sie. Wir hingegen sind stets auf dem Flachland unterwegs und spüren davon nichts.

Es geht gesellig weiter: In Karlsruhe kommen wir mit Studenten, Professoren und Passanten rund um das Universitätsgelände ins Gespräch und bieten kleine Testfahrten mit dem E-Scooter an. Begeistert sind sie hier vom E-Tretroller alle. Einziger Wehrmutstropfen: Der Anschaffungspreis. Bis zu 2000 € passen natürlich eher weniger in ein knappes Studentenbudget. Aber dafür gibt es ja die Sharing-Anbieter!

Selbst auf der letzten Etappe des heutigen Tages bleibt unser Fahrer Igor nicht alleine. Er wird begleitet von einer Journalistin der BNN (Badische Neueste Nachrichten), die heute zum ersten Mal auf einem E-Scooter steht.

Nach kurzer Eingewöhnungszeit und anfänglicher Unsicherheit, ist sie wenig später eine souveräne Fahrerin. Ihrem Artikel über die #greenscooterchallenge fiebern wir bereits entgegen.

Am Ende des Tages sind wir froh, dass heute einfach mal alles nach Plan gelaufen ist: Abgesehen von dem dritten Sonnenbrand in sechs Tagen vielleicht. Dafür aber haben wir viele neue Bekanntschaften gemacht und interessante Gespräch geführt. Danke an alle die den heutigen Fahrttag begleitet haben!

Eindrücke aus Tag #6 der #greenscooterchallenge

Erfahrungen aus Tag #6:

  • Gebirgige Landschaften sind für E-Scooter suboptimal
  • Das Interesse an E-Scootern ist überall groß
  • Passanten begegnen uns stets interessiert und freundlich

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Tag #7 – von Bruchsal bis Mannheim

07.08.2019

Es ist früher Morgen als das Regenradar Gewitter anzeigt. Das ist etwas, wovor sich unser Fahrer Igor schon seit der Planungsphase für die #greenscooterchallenge gefürchtet hat. Hagel, Sturm und Blitze sind etwas, das man als E-Scooter-Fahrer nicht wirklich gebrauchen kann.

Doch es hilft nichts: Wir müssen los. Das Gewitter macht sich bald bemerkbar. Auf dem Boden sammelt sich zügig das Wasser und in der ersten Kurve passiert es: Der E-Scooter driftet unter Igors Füßen hinweg, schlittert über den Asphalt. Seinem guten Gleichgewichtssinn ist es zu verdanken, dass er auch diesmal recht gut landet und es keine Verletzungen gibt. Doch merke: Bei Regen und Nässe lohnt es sich definitiv langsam und vorsichtig zu fahren.

Doch damit nicht genug: Am heutigen Tag gönnt sich Igor zudem unfreiwillig eine Fahrt durch den Wald. Hier schlägt sich der E-Scooter erstaunlich gut. Während wir einen Hasen und einen Fuchs beobachten können, trägt der E-Tretroller Igor sicher über den Waldboden.

Zwei Kilometer vor dem Ziel in Heidelberg läuft der Akku leer. Igor war an der Zwischenstation beim Laden zu ungeduldig, hat zu knapp kalkuliert. Jetzt bleibt ihm nichts anderes übrig als mit dem E-Scooter manuell zu fahren: Also klassisch mit dem Fuß anzuschieben.

Das klappt trotz des höheren Gewichts des E-Tretrollers erstaunlich gut und am Ende legt er die 2 km immer noch schneller zurück als jedes Auto in der Stadt. Die stehen nämlich im Stau.

Sein heißer Tee am Ende dieser 60,7 km langen Fahrt in rund 7 Stunden hat er sich natürlich trotzdem verdient.

Außerdem verschönt uns eine ältere Dame den Tag: Die ist begeistert davon, das Igor auf dem Bürgersteig absteigt und schiebt statt zu fahren. Das ist zwar Gesetz, wird aber nicht von jedem E-Scooter-Fahrer beachtet. Außerdem stören sie achtlos geparkte E-Scooter auf dem Bürgersteig.

Unterm Strich aber hat die ältere Dame gar nichts gegen die E-Tretroller: „Es ist wie mit den Leuten die ihre Kippen auf die Straße werfen oder leere Bierflaschen stehenlassen: Es ist einfach eine schlechte Angewohnheit, die man ihnen nur schwer abgewöhnen kann.“ Für die Weiterfahrt am morgigen Tag werden wir von ihren guten und herzlichen Wünschen begleitet.

Eindrücke aus Tag #7 der #greenscooterchallenge

Erfahrungen aus Tag #7:

  • Bei starken Regen mit dem E-Scooter besteht Rutschgefahr!
  • Fahrt bei Regen trotzdem grundsätzlich möglich
  • Der E-Scooter macht sich sehr gut auf Waldboden – erstaunlicherweise
  • Rücksichtnahme der E-Scooter-Fahrer gefragt, für eine bessere Akzeptanz innerhalb der Bevölkerung

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Tag 8 – von Mannheim nach Darmstadt

08.08.2019

Der heutige Tag beginnt für uns bei gutem Wetter in Mannheim. Auf der Zwischenstation in Weinheim treffen wir uns mit Journalisten der Weinheimer Nachrichten. Wir sprechen über die Reise und die E-Scooter der Zukunft. Eine Probefahrt auf dem E-Scooter gibt es für die Reporter natürlich ebenfalls. Und auch auf die Gefahr hin, dass wir uns an dieser Stelle wiederholen: Auch ihnen hat die Fahrt mit dem E-Scooter viel Spaß gemacht!

Gerade heute auf den eher ländlichen Streckenabschnitten und Zwischenstopps merken wir, dass die Aufmerksamkeit und das Interesse hier größer ist, als in den Metropolen. Wir kommen mit vielen Anwohnern ins Gespräch und lernen die verschiedensten Menschen kennen.

Das allgegenwärtige Problem der unzureichend klassifizierten E-Ladestationen ereilt uns auch heute wieder. An einer E-Bike-Ladestation fehlt die Lademöglichkeit für einen E-Scooter. Erneut müssen wir auf unsere liebgewonnene Ersatzbatterie zurückgreifen.

Das Treffen mit der Umweltdezendentin der Stadt Darmstadt am Nachmittag macht die ewigen Ladeschwierigkeiten wieder wett. Wir führen ein spannendes Interview und sprechen über die Nachhaltigkeit von E-Scootern und E-Scooter Sharing-Anbietern. Dabei stellen wir uns die Frage, ist es sinnvoller einen eigenen E-Scooter zu besitzen oder auf die Sharing-Angebote zurückzugreifen? Das ganze Interview gibt es hier.

Kurz darauf ist Feierabend. 59,7 km hat unserer Fahrer Igor in acht Stunden gemeistert, trotz hügeliger Fahrtstrecke hat sich der E-Scooter gut gemacht. Auch der Akkuverbrauch war während der Anstiege unerwartet niedrig. Die Landesgrenze von Baden-Württemberg können wir am heutigen erfolgreichen Tag auch noch hinter uns lassen. Hallo Rheinland-Pfalz!

Erfahrungen aus Tag #8:

  • E-Bike-Ladestation ist nicht gleich E-Scooter-Ladestation
  • Akkuverbrauch bei „hügeliger“ Fahrt unerwartet niedrig
  • Interview mit den Weinheimer Nachrichten & der Umweltdezentin der Stadt Darmstadt

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Tag #9 – von Darmstadt nach Frankfurt

09.08.2019

Heute geht es auf „Heimatbesuch.“

Sowohl in familiärer Hinsicht für unseren Fahrer Igor, als auch in beruflichem Hinblick: Igor, sein E-Scooter und das #greenscooterchallenge Team machen heute Halt beim Mutterkonzern, der eprimo GmbH in Neu-Isenburg.

„Das war ein wunderschöner Tag und die Begrüßung hatte ich so gar nicht erwartet.“, sagt Igor, der mit einer Laola aus Kollegen, Firmenmitarbeitern und der Chefetage begrüßt wird. Zwar verfolgt das zuhausegebliebene Team Igors Reise digital, etwa auf YouTube, Instagram oder hier im Blog, doch es schön Igor einmal persönlich auf die Schulter klopfen zu können und ihn von seinen Erfahrungen erzählen zu hören.

Was das bisher ungewöhnlichste Ereignis der Reise war? Sicher das Warten durch den Rhein an Tag 1, da ist sich Igor sicher.

Nach ca. 56 km gefahrenen Kilometern, inklusive kurzem Zwischenstopp in Frankfurt, gönnt sich Igor dann eine Übernachtung in Rüsselsheim.

Nach rund einem gemeisterten Drittel der gesamten Fahrtstrecke ist Igor froh über den Support von Kollegen und Familie. „Ich habe schon gemerkt, dass es langsam ganz schön an meiner Energie gezehrt hat. Aber jetzt bin ich wieder höchst motiviert!“ Im Namen von Igor und aller Beteiligten: Danke, dass ihr an diesem schönen Empfang teilgenommen und ihn zu etwas besonderem gemacht habt.

Erfahrungen aus Tag #9:

  • Home sweet home – Zuhause ist es immer noch am schönsten!

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Tag #10 – Mainz

10.08.2019

Igor bedient sich auch heute noch einmal seines Heimvorteils: In Begleitung von Freunden und Familie steuert er auf dem E-Scooter Mainz an. Dabei tritt er in seiner Heimatstadt zum Bürgerdialog an.

Unterstützt wird er dabei auf dem Schillerplatz vom #greenscooterchallenge Team. Er erzählt von der Reise und bietet natürlich wieder kostenlose Probefahrten mit dem E-Scooter an.

Ca. fünfzig Menschen sind dem Aufruf zum E-Scooter Kennenlernen auf Antenne Mainz gefolgt und auf dem Schillerplatz werden bald die ersten Probefahrten gedreht. Rund zwei Stunden lang steht Igor Interessierten Rede und Antwort, bevor es ins wohlverdiente Wochenede geht. Nächste Woche stehen schließlich auch noch ein paar hundert Fahrtkilometer an…

#greenscooterchallenge Tag #9

Erfahrungen aus Tag #10:

  • Das E-Scooter Fahren lässt sich nach kurzer Einweisung sehr schnell lernen
  • In Mainz ist das Interesse an E-Scootern groß – wir führen viele interessante Gespräche

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Tag #12 – von Mainz nach Rüdesheim am Rhein

12.08.2019

Die erste Etappe heute von Mainz nach Wiesbaden wird von Hundegebell und -attacken begleitet. Als E-Scooter-Fahrer macht man sich nicht bei allen Vierbeinern beliebt und Igor sieht sich mit seiner ganz besonderen „Freundschaft“ zu Hunden heute mehr als einmal konfrontiert.

In Wiesbaden kommt er dennoch wohlbehalten an. Dort erwarten ihn die Moderatoren von Radio FFH zum Interview über E-Scooter. Für uns ist das in unserer journalistischen Arbeit auf dieser Reise bisher das absolute Highlight! Später am Abend werden wir beim gemeinsamen Essen der Ausstrahlung im Radio lauschen und sind dankbar und zufrieden mit dieser Begegnung.

Einmal mehr zeigt sich dann auf der Weiterfahrt, dass Rücksichtnahme im Straßenverkehr immer noch sehr geschätzt wird.

Bei der Fahrt durch Wiesbaden wird Igors Fahrradweg von einem Kind auf einem Einrad gekreuzt, das unaufmerksam in seiner eigenen Welt unterwegs ist. Die Familie, die sich etwas abseits aufhält, ist hin und weg davon, dass Igor aus Sicherheitsgründen absteigt und das Kind zu Fuß überholt. Dankbarkeit und Verwunderung werden ihm im gleichen Maße zuteil. Wer sich also in seiner Stadt beliebt machen möchte, sollte einfach öfter mal Rücksicht nehmen, so scheint es!

Einen Zwischenstopp gibt es im schönen Eltville im Rheingau, hier wird der Akku des E-Scooters wieder aufgeladen. In unserer finalen Station in Rüdesheim besuchen wir dann noch das Niederwalddenkmal und genießen von hier aus den Sonnenuntergang. Ein perfekter Tagesabschluss nach einem gelungenen Tag.

#greenscooterchallenge Tag #12

Erfahrungen aus Tag #12:

  • nicht alle Hunde finden E-Scooter toll – Achtung beim überholen!
  • Radiointerview mit FFH in Wiesbaden
  • Rücksichtnahme im Straßenverkehr zahlt sich aus

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Tag #13 – von Rüdesheim am Rhein nach Koblenz

13.08.2019

Zwar ist es „nur“ Dienstag der 13., doch der heutige Tag hat es in sich. Wir müssen leider Igors ersten richtigen Unfall verbuchen.

Igor und Flash, wie der E-Scooter mittlerweile heißt, fahren auf dem Rheinweg Richtung Oberwesel. Der Großteil der Strecke ist eben und asphaltiert. Immer wieder aber gibt es Wasserrinnen, die den Asphalt unterbrechen und dort mit Kopfsteinpflaster ausgelegt sind.

Eine solche Wasserrinne wird Igor dann zum Verhängnis: Er stürzt bei voller Fahrt. Eine, wie er später selbst sagt, semiprofessionelle Taekwondo-Sprungrolle in den Graben bewahrt ihn vor größeren Verletzungen. Die Landung ist im Gras zwar weich, Knöchel und Arm kriegen trotzdem Kratzer ab.

Viel bitterer als der Sturz selbst ist aber, dass keiner der vorbeifahrenden Radfahrer anhält, um nach dem verletzten E-Scooter-Fahrer zu sehen. Obwohl sie hinter ihm unterwegs waren und den Sturz daher gesehen haben müssen, wird Igor keine Hilfe zuteil. Glücklicherweise braucht er die heute auch nicht dringend.

Etwas später ist Igor gleich in den nächsten Unfall verwickelt – der glücklicherweise glimpflich ausgeht.

An einer schlecht einsehbaren Kreuzung muss Igor eine Vollbremsung hinlegen um sich vor einem Autofahrer in Sicherheit zu bringen, der ihn andernfalls mit sicher mehr als den erlaubten 50 km/h seitlich erwischt hätte. 

Als Dankeschön für Igors Vollbremsung legt der Autofahrer kurz darauf den Rückwärtsgang ein, fährt zurück und erklärt Igor aus seinem Sportwagen heraus noch einmal, wie unverantwortlich er gefahren sei. Wir können nur den Kopf schütteln. Aber immerhin wissen wir jetzt, dass die Bremsen des E-Scooters einwandfrei funktionieren und eine Vollbremsung auch bei Höchstgeschwindigkeit sicher möglich ist.

Doch damit nicht genug: Selbst das Wetter ist heute nicht auf unserer Seite. Starker Gegenwind frisst die Akkuleistung des Metz Moover auf. Eine geplante Etappe von 22 Kilometern beispielsweise ist ohne Zwischenladen nicht mehr machbar. Heute müssen wir insgesamt fünf Ladestopps einlegen, um die 75 km in 9 Stunden zu bewältigen.

#greenscooterchallenge Tag #13

Erfahrungen aus Tag #13:

  • erster richtiger Sturz. Grund: Kopfsteinpflaster!
  • Hilfsbereitschaft von Fahrradfahrern leider gering
  • beinah-Unfall mit uneinsichtigem Autofahrer
  • als E-Scooter-Fahrer muss man extrem vorausschauend unterwegs sein!
  • Gegenwind frisst Akkuleistung auf, Reichweite von 25 km nicht mehr gegeben

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Tag #14 – von Koblenz nach Bonn

14.08.2019

Unser Tag beginnt in Koblenz. Der erste Zwischenhalt befindet sich in Andernach. Ein kleines, uriges Städtchen am Rhein. Und ja, hier gibt es eine dieser Raritäten: Eine öffentliche E-Bike Ladestation mit grünem Strom, gleich gegenüber der Stadtverwaltung. Sie funktioniert einwandfrei, passt zum Anschluss und erspart es uns, dass wir in Cafes und Restaurants nach einem Ladeplatz fragen müssen. Großartig!

An der nächsten Haltestelle in Sinzig dann gleich wieder ein anderes Bild. Hier gibt es zwar einen E-Bike-Ladeschrank, doch keiner weiß so genau wo der Schlüssel dafür ist…

Der Ladeschrank steht zwischen der Stadtverwaltung und einem Cafe und es dauert eine Weile, bis wir jemanden ausfindig machen können, der weiß, wo und wie der Ladeschrank zu öffnen ist.

Zugegeben sind wir etwas erstaunt: Da gibt es schon mal eine funktionierende E-Bike-Ladestation und dann ist die Nachfrage so gering, dass sie quasi in völlige Vergessenheit gerät. Na ja, wir haben heute jedenfalls Gebrauch von ihr gemacht und können sie empfehlen! (Ab jetzt weiß man wahrscheinlich wohl auch, wo der Schlüssel ist.)

Hier in Sinzig sind wir außerdem mit der Klimaschutzmanagerin der Stadt zu einem Interview verabredet. Wir reden natürlich über Klimaschutz, Windräder und Solaranlagen aber auch eine Frage, die die Stadt ganz aktuell beschäftigt: Lieber ein neues Parkhaus bauen, oder Fahrradwege ausbauen und sanieren? Tatsächlich tendiert die Stadt aktuell zu letzterem. Nach unserer Fahrt durch Sinzig können wir jedoch sagen: In verbesserten Fahrradwegen wäre das Geld ebenso gut aufgehoben.

Ein erneutes Abenteuer erleben wir mit der Empfehlung von Google Maps für einen „Fahrradweg.“ Der entpuppt sich als 700 Meter lange Kopfsteinpflaster-Hölle, mit Steinen, die sich in Höhe und Abstand gehörig unterscheiden. Aus Sicherheitsgründen beschließt Igor zu schieben. Kopftsteinpflaster lassen sich mit dem Metz Moover zwar schon befahren, diese hier sind aber eine Nummer zu grob.

Am Ende des Tages haben wir 67,6 Kilometer auf dem Tacho und waren 8 Stunden und 20 Minuten unterwegs. Außerdem ist die Gesamtmarke von 700 km geknackt. Damit haben wir mehr als die kilometermäßige Hälfte zurückgelegt. Wir schätzen jedoch, dass es ein paar mehr als die anfänglich geplanten 1.200 km werden könnten.

#greenscooterchallenge Tag #13

Erfahrungen aus Tag #14:

  • E-Bike Ladestationen sind Fluch und Segen zugleich
  • in Karten angegebene Fahrradwege sind nicht immer für E-Scooter geeignet
  • Grüne Wende und Stadtplanungsrealität liegen manchmal doch noch ferner auseinander, als uns allen lieb ist
  • Kopfsteinpflaster kann man grundsätzlich mit dem E-Scooter befahren, sollte jedoch gründlich abwegen

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Tag #15 – von Bonn nach Köln

15.08.2019

Der heutige Morgen beginnt in Bonn. Die erste Ladezuflucht finden wir im Heim unserer Kamerafrau Kim, die in der Nähe von Köln wohnt.

Von hier aus machen wir uns dann auf den Weg zum Rhein, genauer ans Rodenkirchener Ufer. Wir sind verabredet mit Schauspieler Christian Stock. Er hat mit seiner Initiative K.R.A.K.E. (Kölner Rhein-Aufräum-Kommando-Einheit) zur Müllsammelaktion aufgerufen.

Tja, nur macht uns der Akku einen Strich durch die Rechnung. Wir glauben, dass der Akku langsam von unserer exzessiven Fahrt Abnutzungserscheinungen davon getragen hat.

Während er zu Beginn vollgeladen sicher 24 – 25 km schaffte, sind es jetzt eher 21 – 22 km. Und so geht uns auf den letzten Kilometern zum Rhein der Strom aus. Die letzten zwei Kilometer muss Igor den Roller zu Fuß anschieben. Bei einem 16kg Gerät sorgt das natürlich nicht gerade für eine enorme Fahrgeschwindigkeit.

Zur Müllsammelaktion kommen wir trotzdem noch – gerade rechtzeitig. Rund zwanzig Freiwillige, Pressevertreter und Christian Stock selbst sammeln hier mit uns zwei Stunden lang Müll ein. Zehn große Müllsäcke voll sind unsere Ausbeute am Ende. Traurig, bestürzend, alarmierend. Außerdem finden wir noch Zeit für ein Interview mit Christian Stock.

Für uns geht es im Anschluss weiter an den Kölner Dom. Wir genießen den Trubel in der Innenstadt und kommen mit vielen Menschen ins Gespräch die Fotos machen, mit uns sprechen oder ihre Fragen loswerden wollen. Es ist ein spontanes, vielseitiges und fröhliches Zusammentreffen. Am Ende des Tages ist die Fahrbilanz natürlich eher eine kleine: 47,9 km waren es heute.

Igor klagt jetzt das erste Mal über Erschöpfungserscheinungen. Nicht so sehr während der Fahrt – es sind eher die Pausen, in denen ihn Müdigkeit und fehlende Energie übermannen.

Wenn dann noch organisatorische Aufgaben hinzukommen oder Termine koordiniert werden müssen, geht ihm das ganz schön an die Nerven. „Ich merke halt schon, dass ich jetzt 750 Kilometer gefahren bin.“, sagt er müde aber immer noch gut gelaunt. Halte durch Igor – das Wochenende naht und Kiel ebenfalls!

#greenscooterchallenge Tag #15

Erfahrungen aus Tag #15:

  • Nach exzessiver Nutzung (rund 700 km in 12 Tagen) zeigt der Akku erste Leistungsverluste
  • Im / am Rhein ist das Müllproblem groß
  • die Kölner sind an E-Scootern und der #greenscooterchallenger sehr interessiert und freundlich aufgeschlossen

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Tag #16 – von Köln bis Düsseldorf

16.08.2019

In den letzten Fahrt-Tag dieser Woche starten wir entspannt. Das Wetter ist auf unserer Seite und entlang des Rheins erwarten uns gut asphaltierte Fahrradwege über 40 Kilometer. Fünf Stunden werden wir heute unterwegs sein.

In Dormagen sind wir mit dem Diplomingenieur Dirk Böllert verabredet. Wir führen ein interessantes Interview darüber, wie die Energiewende vorangebracht werden kann. Herr Böllert glaubt, dass unbedingt die „kritische Masse“ erreicht werden muss, damit die Energiewende zu einer Erfolgsgeschichte wird.

Die kritische Masse bezeichnet einen Schwellenwert. Ist dieser überschritten, wird sich ein System praktisch von selbst durchsetzen. Dafür ist es nicht notwendig, jedes einzelne Mitglied einer Gruppe oder in unserem Fall, der Bevölkerung, zu überzeugen. Für die Energiewende bedeutet das also: Nur wenn wirklich viele Menschen mitmachen wird daraus ein Selbstläufer.

Weil wir so ein anregendes und spannendes Gespräch führen, verabredet sich Herr Böllert spontan mit uns für eine spätere Station unseres heutigen Wegen. Wir treffen ihn nun noch einmal in unserer Endstation Düsseldorf.

Die Fahrt darüber hinaus verläuft gänzlich ohne Probleme und sehr ruhig. Das ist auch gut so, denn die körperliche Belastung für Igor macht sich langsam bemerkbar. Das jetzt anbrechende Wochenende und damit die verbundene Fahrpause haben wir alle sehr herbeigesehnt.

#greenscooterchallenge Tag #16

Erfahrungen aus Tag #16:

  • für eine erfolgreiche Energiewende muss die kritische Masse erreicht werden
  • wir brauchen Wochenende – dringend!

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Tag #19 – von Düsseldorf nach Bochum

19.08.2019

Der Tag beginnt früh und er wird definitiv als ein humoristisches Highlight in die Reisedokumentation eingehen.

Um 07.30 Uhr gestartet, mit Kopfhörern in den Ohren gegen die Langweile, wird Igor nach nur wenigen Minuten Fahrt aus dem Verkehr gezogen. Ein Polizeibus in voller Besetzung, der ihn kurz zuvor überholt hatte, winkt ihn zur Kontrolle raus. Igor wird sofort von drei Polizisten umstellt, die befürchteten, er könnte die Flucht antreten. Das hat er natürlich nicht vor.

Das Gespräch beginnt mit der Frage, ob der E-Scooter versichert ist.
„Ja.“, beteuert Igor und deutet auf die Versicherungsplakette am Heck des E-Scooters.
„Und wie schnell fährt der?“
Nicht schneller als die gesetzlich erlaubten 20 km/h.“, erklärt er weiter.
„Ja, dann zeigen Sie mal.“
Igor schaltet den E-Scooter aus, dann wieder an. Auf dem Display des Metz Moover wird nun die Maximalgeschwindigkeit eingeblendet. Wie versprochen 20 km/h. Erste Bewunderung der Beamten macht sich breit. Von diesen Funktionen ahnten sie offenbar nichts.

„Was ist denn das für ein E-Scooter überhaupt?“ Jetzt sind sie im Flow, die Fragen kommen wie von selbst.
„Ein Metz Moover, der hat schon seit März die Straßenzulassung.“
„Ach wirklich? Das ist ja interessant!“

„Ja, einen straßenzugelassenen E-Scooter erkennt man zum Beispiel an den zwei unabhängigen Scheibenbremsen–“, Igor ist sich nicht zu schade alles zu demonstrieren. „– er braucht natürlich auch eine Versicherungsplakette und darf eben nicht schneller als 20 km/h fahren.“

Nach einer kurzen Schulung für die freundlichen Polizeibeamten bietet Igor eine Probefahrt an. Die wird jedoch dankend abgelehnt. Dafür gibt es noch gute Wünsche für die weitere Reise mit auf den Weg. Und so etwas wie unausgesprochene Dankbarkeit, darüber, dass man sich mit diesen E-Scootern nun tatsächlich einmal vertraut machen konnte.

Den nächsten Stopp legt Igor in Breitscheid ein. Hier trifft er Jens Michael Peters, den CEO unseres Mutterkonzerns eprimo. Gemeinsam legen sie die 20 Kilometer bis zum innogy Tower zurück.

Doch der Vorführeffekt schlägt zu: Seitdem wir im Rheinland sind gibt es deutlich mehr Hügel und Gefälle. Der Akku reicht nur noch für ca. 19 bis 20 Kilometer statt der ursprünglichen fast 25 km.Und obwohl wir uns für die beiden eine elegante Einfahrt vor dem innogy Tower gewünscht hätten, wird für die letzten Meter Manneskraft gebraucht. Der Akku ist leer und die E-Scooter müssen manuell angetreten werden. Ins Ziel kommen beide trotzdem.

Nach einigen Interviews und einem kurzen Meeting mit dem Vorstand der innogy SE fährt Igor weiter die geplante Route entlang. Kim und Johannes, das Back Up Team, sind zur gleichen Zeit mit der Vorsitzenden des NABU Ruhr verabredet, Elke Brandt. Sie bekommen für Igor das Interview in den Kasten, während er sich bis nach Bochum vorkämpft.

Die Fahrt ist alles andere als bequem, denn von Essen nach Bochum verläuft die Strecke ohne jeden Fahrradweg. Igor muss auf die Straße ausweichen. Im Vergleich zu Darmstadt, Mainz oder Freiburg, fehlt die Infrastruktur an Fahrradwegen hier gänzlich.

Am Ende ist die Bilanz: 848 km insgesamt, 57,6 km heute in 8 Stunden und 30 Minuten. Am Abend steht dann die Planung für die nächsten Tage an: Wegen der verminderten Reichweite, aufgrund der vielen Hügel, müssen die folgenden Stationen etwas kürzer geplant werden als bisher.

#greenscooterchallenge Tag #19

Erfahrungen aus Tag #19:

  • erste Polizeikontrolle erfolgreich bestanden
  • bei dieser Polizeistreife gab es große Wissenslücken in Bezug auf E-Scooter – für Erläuterungen waren sie dankbar
  • vermehrte Anstiege sorgen für eine verringerte Reichte von 19 km statt der ursprünglichen 25 km
  • wenig Fahrradwege auf unserer Strecke im Ruhrgebiet

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Tag #20 – von Bochum nach Waltrop

20.08.2019

Bei trockenem Wetter und Rückenwind geht es für uns heute auf die Piste. Doch die hügelige Landschaft macht dem Akku und damit verbunden der Reichweite weiter zu schaffen. Der Metz Moover hält gut die Geschwindigkeit, muss aber natürlich trotzdem mehr arbeiten.

Igor hat sich dafür mittlerweile eine raffinierte Taktik angeeignet: Bei Bergauffahrten gibt er zusätzlichen manuell mit dem Fuß Anschub. Das entlastet den Motor und sorgt für eine sichere Reichweite von 20 bis 22 Kilometer pro Ladung.  

Unsere Zwischenstation heute heißt Dortmund: Hier sind wir noch einmal zu Besuch bei der innogy SE, diesmal in der Zweigstelle des Vertriebs. Nach einigen Presseterminen genießen wir im vielleicht höchsten Gebäude Dortmunds die Aussicht über die Stadt.

Als Ladepunkt halten wir heute in einer amerikanischen Kaffeekette. Zumindest hier in der Dortmunder Innenstadt werben sie mit der Initiative: „Nachhaltiger Kaffee und grüner Strom!“ Das kommt uns natürlich wie gerufen und nach kurzer Rückfrage dürfen wir unserem E-Scooter (genannt Flash) neues Leben einhauchen.

Igor bleibt weiterhin in Hinblick auf die Fahrradwegsituation in NRW ernüchtert: Es gibt so gut wie keine Wege für Fahrradfahrer. Und damit ist die Fahrt auch für E-Scooter-Fahrer ungemütlich. Gefahren werden muss auf der Straße, direkt neben den Autos.

Es war ein ruhiger Tag, ohne weitere Vorkommnisse. Wir hoffen, dass das nicht die Ruhe vor dem Sturm ist: Denn ab morgen stehen wieder längere Strecken an! In drei Tagen die Strecke, die wir aktuell scherzhaft „die Todesstrecke“ nennen: 86 Kilometer ab Osnabrück. Die längste Distanz der gesamten Route. Heute dagegen gediegene 37 km in rund fünf Stunden.

#greenscooterchallenge Tag #21

Erfahrungen aus Tag #20:

  • weiterhin praktisch keine Fahrradwege in NRW
  • „mit anschieben“ bei Bergauffahrten zahlt sich aus
  • aktuelle Reichweite 20 – 22 km in hügeliger Landschaft

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Tag #21 – von Waltrop nach Münster

21.08.2019

Heute rollen wir ins Münsterland ein und das begeistert uns gleich mehrfach:

  1. Fahrradwege! Endlich wieder Fahrradwege! Gut ausgebaut, glatt asphaltiert. Es ist eine wahre Freude.

  2. Gerade Strecken durchs Flachland. Keine Berg- und Talfahrten mehr!

  3. Bezaubernde Landschaften voller blühender Felder, Wälder und grüner Aussichten. Igor findet sogar, dass das bisher die schönste Strecke der gesamten Reise ist.

Außerdem steht die Route heute ganz im Zeichen des Hulk. Als Resultat auf eine Umfrage bei Instagram, muss Igor die heutigen 51 Kilometer im Superhelden-Kostüm zurücklegen. Glücklicherweise ist das grün und passt daher perfekt ins Konzept.

Zwei Ladestopps stehen auf der heutigen Route an. In Lüdinghausen und in Wenden, das uns mit seinen Fachwerkhäusern begeistert.

Beides mal muss Igor seinen E-Scooter Flash nach Rücksprache mit den Betreibern in Cafés laden. Öffentliche Ladeeinrichtungen oder Ladestationen gibt es nicht. Dafür lädt so ein Café natürlich auch immer zu einem guten Stück Kuchen ein und da sagen wir heute nicht nein.

In Münster angekommen steuern wir den Schlossplatz an. Hier sind wir mit Einheimischen zum Bürgerdialog verabredet, sprechen über E-Scooter, umweltfreundliches Fahren und die #greenscooterchallenge. Begleitet werden wir dabei von Journalisten der westfälischen Nachrichten.

Außerdem nutzen wir die Gelegenheit für eine kleine, weitere Müllsammelaktion. Innerhalb von 10 Minuten füllen wir einen 60l Müllbeutel. Das Müllproblem ist in Münster scheinbar groß, das Interesse daran eher gering. Wir wollen trotzdem nicht tatenlos zusehen und packen kurzerhand an. Nach der guten Tat des Tages heißt es für uns dann Feierabend!

#greenscooterchallenge Tag #21

Erfahrungen aus Tag #21:

  • das Münsterland hat tolle Fahrradwege
  • E-Scooter fahren im Hulk Kostüm: Geht!
  • Reichweite bleibt bei 21 Kilometern, auch ohne Hügel

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Tag #22 – von Münster nach Osnabrück

22.08.2019

Es ist 08.45 Uhr als Igor mit seinem E-Scooter „Flash“ auf die Straße tritt. 50 Kilometer werden die beiden heute in rund 6 ½ Stunden zurücklegen.

Von Münster nach Osnabrück gibt es wieder jede Menge Hügel zu überwinden. Die Methodik des manuellen Mittretens sobald es bergauf geht, hat Igor mittlerweile perfektioniert. In Hinblick auf die Akkuhaltbarkeit zahlt sie sich außerdem aus.

Unsere Ladestationen finden wir heute in Cafés, öffentliche Ladeeinrichtungen gibt es entlang unserer Strecke nicht.

In Osnabrück sind wir mit der Klimaschutzmanagerin der Stadt Osnabrück verabredet.

Zwei Stunden lang sprechen wir über die Anstrengungen der Stadt bei der Verringerung des CO2-Ausstoßes. Ziel ist es, den CO2 Ausstoß von 1990 bis 2030 um 95% zu senken. So ein ambitioniertes Vorhaben erreicht sich natürlich nicht von selbst.

Es gibt Klimapatenprogramme, Solaranlagen, elektrische Busse, Initiativen, die das Wassersparen fördern. Neue Fahrradwege sind auch geplant und zum Teil bereits gebaut. Etwa 25% des Ziels sind damit bereits erreicht, doch es bleibt noch viel zu tun. Trotzdem empfinden wir das Gespräch und die mit uns geteilten Erfahrungen sehr inspirierend. Es ist toll miterleben zu dürfen wie Klimaschutz aktiv angegangen wird!

Heute passieren wir außerdem die Landesgrenze NRW / Niedersachsen. Damit fahren wir jetzt durch das sechste Bundesland auf unserer Reise.

#greenscooterchallenge Tag #22

Erfahrungen aus Tag #22:

  • wir bereisen das sechste Bundesland auf unserer Reise
  • Gelebter Klimaschutz in Osnabrück – so kann es auch gehen!
  • Das „Mittreten“ bei Bergauffahrten lohnt sich

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Tag #23 – von Osnabrück nach Vechta

23.08.2019

Heute steht die mit Abstand längste Strecke der gesamten Route an: 95 Kilometer werden Igor und E-Scooter Flash in zwölf Stunden zurücklegen. Damit knacken sie auch die Tausendermarke der insgesamt gefahrenen Kilometer. Am Ende des Tages zeigt der Tacho eine Gesamtstrecke von 1089 Kilometern.

Heute erwarten uns entlang der Strecke nur wenige Dörfer, nur vereinzelte Häuser und viele, viele Gänse, Kühe und eine bunte Bandbreite an Landidylle. Auf den 95 Kilometern hat Igor Unterstützung von Johannes, der sonst Organisation- und Planung übernimmt. Heute bleibt den beiden Jungs auf 95 Kilometern jedoch reichlich Zeit die eigenen Lebensgeschichten durchzugehen.

Nicht so idyllisch verläuft heute das Laden von Igors E-Scooter. Es gibt Akkuprobleme!

Mehrmals lässt sich der Akku nicht aufladen, lädt nur bis 80 % oder gar bis 50 %. Dann springt er mal gar nicht mehr an. Letztendlich lassen sich diese Probleme mit etwas Wartezeit beheben. Irgendwann lädt er wieder, so halb zumindest, und lässt sich auch wieder anschalten. Während der Fahr gibt es keine Probleme. Die anspruchsvolle Strecke schaffen Igor und sein E-Roller am Ende des Tages also trotzdem.

Doch woher kommen die Akkuprobleme?

Unsere aktuelle Theorie: Überhitzung. Natürlich ist unser E-Scooter in den letzten Wochen, und heute im Speziellen, extremen Bedingungen ausgesetzt. Wir fahren weit mehr Kilometer pro Tag, als das für ein solches Fahrgerät vorgesehen ist. Außerdem wird der Akku mehrmals täglich komplett leergefahren und dann direkt wieder aufgeladen. Heute kommen warme Temperaturen von 27 Grad dazu.

Die Ladepausen fallen heute daher etwas länger als geplant aus. Sollte das Problem morgen wieder auftreten, wollen wir es mit Eiskühlung testen: Eisblöcke auf das Trittbrett legen und sehen, ob wir mit dem gezielten Herunterkühlen des E-Scooters das Problem beheben können. Falls ja, bestätigt das unsere Theorie der Überhitzung. Es bleibt spannend!

#greenscooterchallenge Tag #23

Erfahrungen aus Tag #23:

  • längte Etappe der Strecke: 95 Kilometer an nur einem Tag
  • Es gibt Akkuprobleme: Wir vermuten Überhitzung
  • Fahrkilometer insgesamt: 1089 Kilometer – Tausendermarke geknackt!

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Tag #24 – von Vechta nach Bremen

24.08.2019

Heute ist einer dieser Tage, an denen nichts so läuft wie geplant. Startschuss ist um 9 Uhr in Wildeshausen. Der ausgezeichnete Fahrradweg entpuppt sich als (gefühlter) Seitenstreifen einer Landstraße, auf der Igor von Autos mit 100 – 120 km/h direkt überholt wird. Kein besonders sicheres oder angenehmes Gefühl für ihn als E-Scooter-Fahrer. Wach ist er dank des Adrenalin-Schubs dafür aber schnell.

In Datteln hält Igor gegen 10.30 Uhr an, auf der Suche nach einer freien Steckdose. Öffentliche Ladestationen gibt es keine und so klappert er, wie so häufig auf der Reise, einige Cafes ab.

Er findet sie auch, gleich vier an der Zahl, wird aber bei allen abgewiesen. Das hatten wir so auf der Reise noch nie. Die Begründungen reichen von: „Wir haben nur Steckdose in der Küche und da kannst du leider nicht laden“ zu „Der Chef ist nicht da und den müssten wir fragen“ sowie „das kostet zu viel Geld.“

Letzteres ist natürlich Quatsch. Für die gesamte Strecke von 1.200 km/h entstehen Ladestromkosten von ca. 3,88 €. Unserer Argumentation möchte man aber nicht glauben und so steht Igor mit einem leeren E-Scooter und ohne Ladeplatz da.

Gerettet wird er von der mitgebrachten Powerbank, quasi einer eigenen mobilen Ladestation. Doch viel Zeit ist bereits ins Land gegangen und am Ende reicht es nur für einen Ladestopp von 45 Minuten. Das reicht jedoch nicht als Antrieb für die noch bevorstehende Strecke nach Bremen. Hier wird Igor aber pünktlich von Pressevertretern und Politikern erwartet… die Zeit drängt!

Igor bleibt nichts anderes übrig als die restlichen Kilometer mit wenig Akku und viel zusätzlichem manuellem Antreten zurückzulegen. Die Anstrengung zahlt sich jedoch aus: 13.01 Uhr kommt er, verschwitzt und durchaus erledigt, dafür aber noch gerade so pünktlich, zu den bevorstehenden Terminen in Bremen an.

Mit dabei sind zwei CDU Abgeordnete und eine FDP Abgeordnete des Landes Bremen und Mitarbeiter bzw. Pressesprecher von ADLER Solar Services GmbH. Auch der Weser Kurier, die größte Zeitung Bremens, wohnt den folgenden Interviews, E-Scooter Probefahrten und den Gesprächen mit Bürgern bei. Im Anschluss gibt es einen politischen Dialog: Wie kann eine nachhaltige Verkehrspolitik in Bremen gestaltet werden und welche Rolle spielen E-Scooter dabei?

Am Ende des Tages heißt die Bilanz: 37 zurückgelegte Kilometer in körperlich sehr anstrengend 3 ½ Stunden.

#greenscooterchallenge Tag #24

Erfahrungen aus Tag #24:

  • ein „Fahrradweg“ auf einer Landstraße den man sich mit 100 – 120 km/h schnellen Autos teilt, ist alles andere als angenehm
  • das erste Mal konnten wir kein Café finden, in dem wir laden durften
  • Gas geben & manuelle Antreten bewahrheitet sich weiter als gute Notlösung

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Tag #26 – von Bremen nach Ahlerstedt

26.08.2019

Es ist warm. Sehr warm. 33 Grad im Schatten erreichen wir heute ohne Probleme. Die Temperaturen wiederum werden uns ganz schöne Probleme bescheren.

Unseren ersten Halt machen wir in Grasberg. Wir kommen mit dem Filialleiter einer Volksbank ins Gespräch, führen spontan ein Interview und werden zu einem Kaffee eingeladen. Hier treffen wir einen wirklich E-Antrieb Begeisterten: Vor kurzem erst hat die Filiale ihre eigene E-Auto-Tankstelle auf dem eigenen Parkplatz eröffnet. Leider ist die nicht für E-Scooter geeignet. Trotzdem finden wir die Initiative toll und freuen uns über das beflügelnde Gespräch. Hilfsbereite und offene Menschen treffen wir heute zum Glück noch öfter.

20 Kilometer weiter in Badenstedt stellen wir uns auf eine Ladepause ein. Doch Fehlanzeige: Wie schon vorgestern lässt sich der E-Scooter nicht aufladen, reagiert nicht. Wir glauben immer noch an unsere Theorie der Überhitzung und beginnen den E-Scooter mit Wasser abzukühlen. Eine halbe Stunde später beginnt er zwar zu laden, stoppt aber bei 3 von 10 Ladebalken. Das entspricht einer Reichweite von etwa 4 ½ bis 5 Kilometern. Das Netzteil blinkt rot und signalisiert: Hier gibt es Probleme.

Badenstedt ist leider nicht der Nabel der Welt. Genauer gesagt gibt es hier nichts, gar nichts. Mit der knappen Reichweite machen wir uns also ins benachbarte Zeven auf und hoffen dort auf Hilfe.

Das Eis Cafe Santin empfängt uns mit offenen Armen. Wir dürfen hier laden und bekommen zusätzlich zu unseren Plastiksäcken voller Eiswürfel, Alufolie und Silbertabletts serviert. So können wir den E-Scooter rundum in Eiswürfel packen und isolieren. Zwei Minuten später lässt sich der E-Scooter problemlos auf 100% aufladen.

Unsere Theorie bestätigt sich also: Bei hohen Außentemperaturen bzw. einer heiß gelaufenen Batterie, lässt sich der Akku nicht oder nur bedingt laden.

Der Inhaber des Eis Cafés lädt Gäste und den Nachbarunternehmer zum bestaunen des E-Scooters ein. Wir bekommen viel Besuch und nutzen die Ladezeit, um über E-Scooter und unsere Reise zu sprechen, bevor es für uns weitergeht.

Unsere nächste Station ist der Biohof Meibohm. Während unser E-Scooter hier im Kühlhaus laden darf, führt uns der Landwirt über den Hof. Wir erfahren mehr über die Unterschiede zwischen konventioneller und ökologischer Landwirtschaft, sammeln Eier und unterhalten uns über Ökostrom, den der Hof über eine eigene Solaranlage produziert.

Feierabend machen wir dann in einem zauberhaften Hotel abseits jeder Zivilisation. Mitten im Wald, am See, ohne Netz. 62,7 Kilometer haben wir heute in rund acht Stunden zurückgelegt bei über 33 Grad.

Erfahrungen aus Tag #26:

  • bei zu hohen Außentemperaturen lädt der E-Scooter nicht (richtig)
  • runterkühlen mit Eis ist vorerst die beste Lösung

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Tag #27 – von Ahlerstedt nach Hamburg

27.08.2019

Für Igor beginnt die Reise heute ganz besonders früh. Dass er sich noch sehr verschlafen um 05.30 Uhr auf den E-Scooter schwingt, wird dafür mit einem fantastischen Sonnenaufgang belohnt. Den ersten, den er vom Roller aus beobachten kann.

Einige Stunden später in Hamburg lernen wir über die hiesigen Ladestationen zwei wichtige Dinge:

  1. Alle E-Auto-Ladestationen sind auch mit einer Schuko Steckdose ausgestattet, also einer Steckdose wie man sie aus dem eigenen Haushalt kennt. Für uns bedeutet das: Wir können an jeder E-Auto-Ladestationen laden. Yay!

  2. Eine volle Ladung kostet an einer solche E-Ladestation 0,06 €. Damit kommen wir ca. 23 Kilometer weit.

Auch heute ist es wieder warm. Neben der Ladestation benötigen wir also auch wieder Eis um den Akku zu kühlen, damit der Ladevorgang funktioniert. Wir schmeißen dazu crushed Eis auf die Standfläche des E-Scooters und wickeln ein Handtuch darum. Was wie Fieber aussieht, funktioniert als Kühleinrichtung ausgezeichnet.

Während wir so neben unserem E-Scooter sitzen, sprechen uns viele Passanten auf den E-Roller an. Wir führen interessante Gespräche über Roller, E-Autos und Elektromobilität und Igor kann sogar seine Russisch-Kenntnisse in Gesprächen zum Einsatz bringen.

Um 13.00 Uhr treffen wir in Hamburg Erno Obogeanu-Hempel, Venture Developer & Innovationsberater bei eprimo und natürlich Teil unseres Teams, sowie Philipp Schröder, Ex-Tesla Chef Deutschland und ehemaliger CEO der Sohn GmbH. Aktuell arbeitet er als CEO für Capinside. Wir sprechen mit ihm über Batterien und Akkus, deren Umweltfreundlichkeit und Schwächen.

Nach einem interessanten Interview heißt die Bilanz unseres heutigen Tages: 62 km in rund 7 Stunden.

Erfahrungen aus Tag #27:

  • E-Ladestationen in Hamburg sind E-Scooter geeignet!
  • Interview mit Philipp Schröder
  • frühes aufstehen lohnt sich – für den Sonnenaufgang 😉

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Tag #28 – Hamburg

28.08.2019

Heute wird nicht gefahren, dafür ausnahmsweise viel geredet.

Wir haben zum Presselunch im CARLS, nahe der Elbphilharmonie geladen. Besuch erhalten wir von zahlreichen Redakteuren und Journalisten unterschiedlicher Printmedien, von Influencern und Schauspielern. Dabei unterstützen uns eprimo CEO Hans-Martin Hellebrand und eprimo Pressesprecher Jürgen Rauschkolb.

Nach einem ausufernden Pressetermin geht es für uns um 17.00 Uhr noch einmal an die Alster. Hier wartet eine weitere Müllsammelaktion auf uns mit CUYA (Clean Up Your Alster). Der gemeinnützige Verein veranstaltet mehrmals im Jahr Müllsammelaktionen, die Hamburg noch schöner machen sollen.

Der heutige Tag endet mit einem persönlichen Erfolgserlebnis für Igor: Bei der Aktion gelingt es ihm in 30 Minuten den meisten Müll aufzusammeln. Damit gilt er für uns als offizieller Müll-König. Herzlichen Glückwunsch!

Erfahrungen aus Tag #28:

  • Presselunch mit zahlreichen geladenen Gästen
  • Müllsammelaktion an der Alster mit CUYA

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Tag #29 – von Hamburg nach Bad Bramstedt

29.08.2019

Es ist der vorletzte Tag unserer Reise und nicht nur Igors Kräfte neigen sich dem Ende zu; Auch der kräftezehrende Monat mit einem ununterbrochenen, kompletten auf- und entladen des E-Scooter Akkus hat an eben jenem Spuren hinterlassen.

Der Tag in Hamburg beginnt mit Regen und wir verschieben den Fahrtbeginn etwas nach hinten. Um 11 Uhr geht es dann in Richtung Norderstedt los, direkt am Hamburger Flughafen vorbei. Nach 19 Fahrtkilometern ist in Sachen Akku Schluss. Ladezuflucht finden wir in einem italienischen Café auf dem Weg.

Die ruhige Fahrt über gut geteerte Fahrradwege führt Igor weiter nach Kaltenkirchen. In einem amerikanischen Diner im Stile der 50er und 60er Jahre kommt er mit seinem E-Scooter Flash unter, um die Akkureserven aufzuladen und den Magen zu füllen. Während wir hier so im Retro-Ambiente mit unserem hochmodernen E-Scooter sitzen, fühlen wir uns ein bisschen wie in „Zurück in die Zukunft.“

Bad Bramstedt, unser heutiges Ziel, erwartet uns mit einem bezaubernden Sonnenuntergang. Am Ende ist die Tagesbilanz: 45 Kilometer in 6 ½ Stunden.

Erfahrungen aus Tag #29:

  • Akku- und Personenkräfte neigen sich dem Ende
  • Schleswig-Holstein beglückt uns mit gut geteerten Fahrradwegen

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Tag #30 – von Bad Bramstedt nach Kiel

30.08.2019

Der letzte Tag bricht an. Startschuss ist um 08.00 Uhr, los geht es in Richtung Neumünster. Hier finden wir als ersten Ladestopp ein gemütliches Cafe in der Innenstadt, in dem wir mit offenen Armen empfangen werden. Außerdem können wir mit dem Inhaber ein wunderbares Interview über E-Scooter und E-Autos führen, das einen für uns großartigen Start in den Tag ebnet.

In Blumenthal müssen wir akkubedingt den nächsten Stopp einlegen. Hier sind wir so weit ab vom Schuss, dass es keine Ladestation, kein Cafe oder andere Einrichtung gibt, an der wir laden könnten. Wir suchen uns daher ein Plätzchen am See und nutzen die Kapazität unserer „E-Scooter-Powerbank.“ Kurz darauf sind wir von einer Schar freilaufender Hühner umzingelt, aber wir lassen uns nichts anmerken.

Am Freilichtmuseum Meutsee treffen wir auf unser Teammitglieder Erno Obogeanu-Hempel, eprimo CEO Hans-Martin Hellebrand und einige weitere Unterstützer. Zu sechst machen wir uns dann gemeinsam, natürlich alle auf E-Scootern, auf die letzten 10 Kilometer nach Kiel. Im Cafe Nordwind feiern wir den Zieleinlauf.

In den letzten 30 Tagen haben wir 1.358,2 Kilometer auf nur einem E-Scooter durch Deutschland zurückgelegt. Unsere #scooterchallenge ist damit geglückt!

Insgesamt waren es sogar 158,2 Kilometer mehr als ursprünglich geplant. Das ist zusätzlichen Ladestationen und kleineren Planänderungen zu verdanken. Was Igor zum Abschluss zu sagen hat? „Ich bin froh, dass wir es nun geschafft haben. Mir tun ehrlich gesagt die Füße weh.“

Erfahrungen aus Tag #30:

  • die letzten Kilometer sind die längsten
  • 1.358,2 Kilometer mit nur einem E-Scooter in 30 Tagen? Machbar!

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Fazit zur #greenscooterchallenge

Die wichtigsten Erkenntnisse unserer #greenscooterchallenge

Nach dreißig ereignisreichen Tagen und mehr als 1.300 gefahrenen Kilometern mit ein- und demselben E-Scooter, unserem Metz Moover, ist es Zeit noch mal einen Blick zurückzuwerfen: Was sind die größten Erkenntnisse in Hinblick auf die #greenscooterchallenge?

Wer einen E-Scooter selbst ausprobiert hat, ist begeistert

Wir haben wirklich niemanden getroffen, der von der Probefahrt mit unserem E-Scooter nicht begeistert war. Es ist einfach, macht Spaß und ist ein Erlebnis. Allerdings braucht es genau diese „persönliche Erfahrung“ um in Menschen die echte Begeisterung für E-Mobilität und grüne Transportmittel zu wecken.

Der Metz Moover fährt über alle Untergründe

Über mehr als 1.300 Kilometer hatten wir mehr als genug Gelegenheit den E-Scooter ausgiebig zu testen. Unser Igor ist wirklich auf jedem Bodenbelag gefahren: Von der Asphaltstraße über den Fahrradweg, auf dem Waldboden bis hin zu Kies, Schotter, Feldwegen und Kopfsteinpflaster. Alles machbar! Davon waren wir positiv überrascht.

Die von Google Maps angezeigten Fahrradwege sind nicht zwangsläufig Fahrradwege

…sondern gern auch Schotterpisten, Kopfsteinpflasterwege oder Privatstraßen, die wir nicht befahren wollten.

Da der E-Scooter eigentlich für die Nutzung in der Stadt, in der Nähe des eigenen Zuhauses angelegt ist, wird das weite Vorausplanen für die meisten Nutzer kein Thema sein. Dennoch: Auf Onlinekarten ist in Sachen Straßenqualität nicht unbedingt verlass.

Die Batterie des E-Scooters kann bei hohen Temperaturen (und starker Nutzung) nicht geladen werden

Das war für uns ein Novum – und eine Neuigkeit, die die Weiterfahrt nicht gerade vereinfacht hat. Bei zu hohen sommerlichen Außentemperaturen kann der E-Scooter nur geladen werden, wenn der Akku gleichzeitig z.B. durch Eis gekühlt wird.

Für die nachfolgenden E-Scooter Modelle erwarten wir uns eine Weiterentwicklung des Akkus, damit solche Probleme in Zukunft keine mehr sind.

Keine Pannen, keine Macken, keine technischen Probleme

Es gab keinerlei technische Probleme oder Pannen mit dem E-Scooter, mit Ausnahme der o.g. Schwierigkeit des ladens bei hohen Temperaturen. Wir mussten nichts auswechseln, tauschen oder reparieren lassen.

Die Lade-Infrastruktur in Deutschland ist mindestens ausbaufähig

Je nach Region gibt es wenige bis keine öffentliche Ladestationen.

Dann ist das das Wissen um die Ladestationen auch noch begrenzt: Wir standen vor verschlossenen Ladestationen, für die lokalübergreifend nach einem Schlüssel gesucht werden musste, wurden an Ladestationen geschickt die für den E-Scooter nicht nutzbar waren, oder entdeckten Ladestationen, die so selten genutzt wurden, dass die einheimische Bevölkerung nicht einmal etwas davon wusste. In Sachen Lade-Infrastruktur gibt es in Deutschland noch einiges zu tun!

Hilfsbereitschaft von Cafés, Restaurants und öffentlichen Einrichtungen, wenn es mal keine Ladestation gibt

Oft genug waren wir an Orten, an denen es keine öffentliche Ladeeinrichtung gab.

Cafés, Restaurants, Behörden waren dann unsere erste Anlaufstelle. Viele von ihnen nutzen bereits grünen Strom. Bis auf ein einziges Mal wurde uns das Laden des E-Scooter in den Räumlichkeiten auf Nachfrage gestattet. Die Hilfsbereitschaft mit Strom auszuhelfen ist also definitiv gegeben!

E-Sooter = entschleunigtes Reisen

Obwohl E-Scooter nicht für Langstrecken gemacht sind, lassen sie sich mit ihnen durchaus bewältigen. Sofern man genügend Zeit und ein bisschen Flexibilität mitbringt, ermöglicht der E-Scooter ein entschleunigtes Reiseerlebnis.

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Tamara

Tamara ist unsere "Queen of Content:" Wenn sie nicht gerade durch die Welt reist, Tiere rettet oder Strände von Müll befreit, unterstützt sie uns im Innovation Lab der eprimo GmbH, unsere Artikel und Projekte in passende Worte zu verpacken. Aber nicht nur beim richtigen Ausdruck, auch in Sachen Design arbeiten wir immer wieder mit der staatl. geprüften Gestaltungs- und Medientechnischen Assistentin zusammen.
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