30 Tage #greenscooterchallenge – 1.200 km durch Deutschland – Reisetagebuch

Story Highlights

  • Reisetagebuch zur 30 Tage #greenscooterchallenge
  • 1.200 km durch Deutschland auf einem E-Scooter
  • Bisher: Interessierte Anwohner & hilfsbereite öffentliche Einrichtungen!

In 30 Tagen legt unser Fahrer Igor 1.200 km durch Deutschland auf einem E-Scooter zurück. Was er dabei erlebt, auf welche Menschen er trifft, welche Hindernisse es zu meistern gibt und ob E-Scooter wirklich ein verlässliches Fahrzeug sind, darüber berichten wir hier in unserem Reisetagebuch.

Inhaltsverzeichnis:

Tag #1 – Weil am Rhein ≫ Freiburg
Tag #2 – Freiburg ≫ Europapark Rust
Tag #3 – Europapark Rust ≫ Straßburg (FR)
Tag #5 – Straßburg ≫ Raststatt
Tag #6 – Raststatt ≫ Bruchsal
Tag #7 – Bruchsal ≫ Mannheim
Tag #8 – Mannheim ≫ Darmstadt
Tag #9 – Darmstadt ≫ Frankfurt
Tag #10 – Raunheim ≫ Mainz
Tag #12 – Mainz ≫ Rüdesheim am Rhein
Tag #13 – Rüdesheim am Rhein ≫ Koblenz
Tag #14 – Koblenz ≫ Bonn
Tag #15 – Bonn ≫ Köln
Tag #16 – Köln ≫ Düsseldorf
Tag #19 – Düsseldorf ≫ Bochum
Tag #20 – Bochum ≫ Waltrop

Tag #1 – von Weil am Rhein bis Freiburg

01.08.2019

Es ist 08.30 Uhr an der deutsch-schweizerischen Grenze. Mit unserem Greenscooter haben wir uns auf Schweizer Seite vor dem Grenzschild der Bundesrepublik Deutschland positioniert. Igor legt einen lautlosen Start mit dem abgasfreien E-Scooter hin und rollt über die deutsche Grenze. Startschuss!

Heute geht es von Weil am Rhein nach Freiburg. Insgesamt 68km wird Igor heute in rund 7 Stunden und 30 Minuten auf dem E-Scooter zurücklegen. Das ihn dabei bereits unvorhergesehene Hindernisse erwarten werden, weiß er natürlich noch nicht. Doch sie zeigen sich bald.

Fahrradweg ist nicht gleich Fahrradweg – fährt der E-Scooter über Schotter?

Es passiert auf den ersten zwanzig Kilometern entlang des Rheins: Das, was Google Maps uns als Fahrradweg vorgestellt hat, entpuppt sich als unebener Schotterweg. Keine Idealbedingungen für eine Fahrt mit dem E-Scooter.

Igor, der natürlich mit Helm unterwegs ist, wird jetzt ganz schön durchgerüttelt. Doch der Metz Moover und sein Scooterfahrer halten sich Wacker: Ohne Stürze oder Unfälle steuern sie weiter auf Bad Bellingen zu.

Der Rhein aber hat noch ein weiteres Hindernis in petto: Der Kiesweg ist teilweise überflutet. Hier gibt es mit dem E-Scooter definitiv kein sicheres Durchkommen mehr. Igor bleibt also nichts anderes übrig als sein Fahrgefährt anzuheben und balancierend über Steine durch die Wassermassen zu stapfen.

Ladesteckdose finden? Freundlich fragen!

Bad-Bellingen als eine Zwischenstation des heutigen Tages empfängt Igor und das #greenscooterchallenge Team mit offenen Armen. Die Mitarbeiter im Rathaus öffnen bereitwillig Tür und Steckdose, um die baldige Weiterfahrt zu ermöglichen.

Auf der Fahrt hört Igor von bisher ausschließlich positiv interessierten Dorfbewohnern immer wieder einen Satz: „Uuh… guck mal, das sind die neuen elektrischen Tretroller!“, wird sich da gegenseitig zugetuschelt.

Angekommen an der heutigen Zieletappe in Freiburg stellen wir fest: Igor war auf Sonnenschein nicht gut genug vorbereitet. Bis auf den Sonnenbrand ist unser Fahrer aber fit und bei bester Gesundheit. Trotz den 68 zurückgelegten Kilometern über teilweise schwierige Strecken hat sich die Fahrt mit dem E-Scooter bis hierhin als gut machbar erwiesen.

Erfahrungen aus Tag #1:

  • Fahrradweg ist nicht gleich Fahrradweg
  • Der E-Scooter fährt auch über Kies- und Schotterpisten, allerdings wenig komfortabel
  • Die Resonanz der Anwohner entlang der Strecke ist bislang positiv
  • Wer freundlich fragt, findet in öffentlichen Einrichtungen fast immer eine Steckdose zum Aufladen des E-Scooters

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Tag #2 – von Freiburg bis zum Europapark in Rust

02.08.2019

Der heutige Tag beginnt wolkenverhangenen in Freiburg. Mit 20 km/h fährt unserer Fahrer Igor auf dem grünen E-Scooter dem Regenwetter gerade so davon. Einen kurzen Schauer stecken beide gut weg und es geht ohne Unterbrechung weiter.

Falsche Angaben zu E-Ladestationen

Es zeigt sich, dass das Wissen um Ladestationen noch begrenzt ist: Trotz vorheriger telefonischer Absprache mit dem Anbieter, der uns versichert das wir den E-Scooter an unserer ersten Zwischenstation laden können, finden wir vor Ort nur eine Tankstelle für E-Autos vor. Die Anschlüsse passen nicht und wir können den leergefahrenen Akku nicht füllen.

Ein ähnliches Problem hatten wir bereits gestern. Auch hier war die recherchierte E-Bike-Ladestation eigentlich nur für E-Autos gedacht.

Heute rettet uns die mitgebrachte Batterie des Back-Up-Teams, die wir noch Zuhause mit Grünstrom geladen haben, die Weiterfahrt.

Nicht erschrecken bei schnell sinkender Batterieanzeige

Mit voller Batterieanzeige geht es weiter in Richtung Europapark. Doch plötzlich verlieren wir gleich zwei Balken auf der Batterieanzeige. Igors Herz flattert. Reicht die Reichweite jetzt noch bis zum Ziel? Und woher der plötzliche Akkuverlust?

Wir erklären uns das so: Auf Etappe eins des heutigen Tages ging es vor allem bergab. Anhand der bis dahin gefahrenen Strecke errechnet der E-Scooter eine geschätzte Reichweite.

Die Bergabfahrt ist auf Etappe zwei allerdings vorbei, es geht auf selber Höhe geradeaus. Das frisst mehr Strom. Die Akkuanzeige wird angepasst – nicht zu unseren Gunsten.

Zum Europapark schafft Igor es dann trotzdem, auch ohne weitere Hilfe. Mit dem letzten Strom rollt er in das für heute festgesetzte Ziel ein. Die Strecke von 50 Kilometern ist damit in gut fünf Stunden inklusive Ladepause erreicht.

Igor on the Road – Einblicke in die Fahrt (und Katastrophen) aus Tag #2

Erfahrungen aus Tag #2:

  • Unwissenheit über E-Ladestationen sind groß
  • Informationen zu E-Ladestationen sind im Internet oft falsch
  • Der E-Scooter hält die vom Hersteller angegebene Reichweite von 25 km pro Ladung
  • Akkuanzeige passt sich an Verbrauch (bergauf / bergab Fahrt) an
  • Keine Panik: Ins Ziel kommt man trotzdem!

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Tag #3 – vom Europapark in Rust nach Straßburg

03.08.2019

Es ist der letzte Reisetag dieser Woche: Von Rust geht es auf dem E-Scooter 58 km nach Straßburg.

Zusammentreffen mit Verkehrsplaner von Lahr (Schwarzwald)

Auf dem Weg dorthin treffen wir zunächst den Verkehrsplaner der Stadt Lahr im Schwarzwald, Herr Stehr. Er teilt mit uns seine Einschätzung dazu, wie der Bürgerdialog gelingt, damit E-Scooter und E-Bikes Akzeptanz in der Bevölkerung finden.

Herr Stehr ist nicht nur bereit einen Streckenabschnitt mit uns zu fahren, sondern zeigt uns auch den örtlichen Jugendverkehrsübungsplatz. Hier absolvieren wir den „Führerschein“ für Erstklässler. Herr Stehr auf dem Lastenrad, unser Fahrer Igor auf dem E-Scooter.

E-Scooter Ladestationen: Es gibt sie doch!

Nach einem ereignisreichen Vormittag stoppen wir in Lahr und Offenburg um den E-Scooter und das begleitende E-Auto zu laden. An dieser Stelle hatten wir schon fast nicht mehr damit gerechnet, aber tatsächlich sind die Ladestationen und Ladeschränke wie ausgewiesen E-Scooter geeignet. Das Laden läuft nach Plan.

Die Grenzüberquerung nach Frankreich ist ebenso einfach: Ohne weitere Kontrollen reisen wir ein. Nur noch drei Kilometer vom Ziel entfernt, geht uns allerdings ein letztes Mal der Strom aus. Zuflucht finden wir in einem Café in dem wir auf Nachfrage kostenfrei laden dürfen.

Straßburg ist von E-Scootern begeistert

In Straßburg selbst wird die Fahrt durch die Stadt mit viel positivem Interesse begleitet. Mit Ausrufen wie „Magnifique!!“ (zu deutsch: ausgezeichnet/toll) wird unsere Fahrt kommentiert.

E-Scooter Sharing Anbieter gibt es hier in Straßburg noch nicht. Vielleicht ist gerade deshalb die Begeisterung so groß.

Doch das Fahren ist ein Abenteuer: Fahrradfahrer brettern über rote Ampeln, Fußgänger kreuzen jederzeit die vielbefahrenen Straßen. Wer es in Deutschland als Fahrrad- oder E-Scooter-Fahrer als gefährlich empfindet, würde hier wohl die Nerven verlieren. Nicht so aber unser Fahrer Igor: Nach 6 ½ Stunden Reisezeit kehrt er samt E-Scooter sicher im heutigen Tagesziel ein.

Interview mit Herrn Stehr, dem Verkehrsplaner der Stadt Lahr (Schwarzwald)

Erfahrungen aus Tag #3:

  • Interview mit Verkehrsplaner Herr Stehr über die Akzeptanz von E-Scootern
  • Straßburg: Chaotische Verkehrsverhältnisse für E-Scooter-Fahrer
  • Hin- und wieder stimmen die Onlineangaben zu Ladestationen eben doch!

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Tag #5 – von Straßburg bis Raststatt

05.08.2019

Die heutige Etappe, die die längste der bisherigen Reise werden wird, beginnt auf französischer Seite. Entlang des Rheindamms geht es zurück nach Deutschland. Außerhalb des wüsten Stadtverkehrs lässt sich sagen: Die Fahrradwege in Frankreich sind insgesamt besser gekennzeichnet als in der Heimat. Durchgezogene Linien markieren die Fahrradwege und dürfen von Autos nicht überfahren werden. Das funktioniert gut und geht mit einem sicheren Fahrgefühl einher.

Im „grünen Rathaus“ in Rheinau, wieder auf deutscher Seite, werden wir zum Laden des E-Scooters eingeladen. Das Rathaus der Stadt produziert mit der hauseigenen Solaranlage selbst grünen Strom. Hier erholt sich Igor währenddessen auch von dem Schock des ersten Sturzes: Passiert ist ihm glücklicherweise nichts!

Der erste Schockmoment der Reise

Doch unebener Kiesweg kurz vor Rheinau brachte den E-Scooter bei voller Fahrt ins Schleudern. Während Igor sicher auf den eigenen Füßen landete, rutschte der E-Scooter auf dem Damm in Richtung Flussbett. Ein beherzter Griff nach dem Lenker verhinderte glücklicherweise den Verlust unseres Fahrzeugs.

Interview in Baden-Baden

Das schöne Baden-Baden etwas später am Tag entschädigt dann mit seiner traumhaften Kulisse für den Schreckmoment. Außerdem werden wir von einem sehr netten Journalisten des Badener Tageblatts willkommen geheißen und sprechen in einem Interview über E-Scooter, E-Scooter Zulassungen und das Fahren in Kleinstädten. Der Artikel wird in den nächsten Tagen veröffentlicht.

Kürzere Etappen mit mehr Akkureserve empfehlenswert

Mit 74,9 km in 9 ½ Stunden haben wir heute mit Abstand die längste Route gemeistert. Tatsächlich aber erreichten wir jede geplante Ladestation mit dem aller-, allerletzten Strom des E-Scooter Akkus.

Für die Zukunft merken wir uns: Lieber mit etwas mehr Puffer planen. Auch wenn alles gut gegangen ist, schont eine größere Akkureserve die eigenen Nerven.

Erfahrungen aus Tag #5:

  • Der erste Sturz auf unebenem Kiesweg: Zum Glück nix passiert!
  • Das „grüne Rathaus“ in Rheinau ist ein Vorbild in Sachen grüner Energie
  • Interview mit dem Badener Tageblatt
  • Kürzere Etappen mit mehr Akkureserven bevorzugen

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Tag #6 – von Raststatt bis Bruchsal

06.08.2019

Die Sonne lacht vom Himmel, der E-Scooter rollt verlässlich über den Asphalt. Nach dem gestrigen Tag kann unser Fahrer Igor ein solches Kontrastprogramm heute wirklich gut gebrauchen.

Beim ersten Stopp der Etappe treffen wir mit den Machern von „Nachhaltiges Ettlingen“ in der gleichnamigen Stadt zusammen. Mit den Bloggern sprechen wir über E-Scooter, Unfälle und Sinnhaftigkeit. Eins zeigt sich in Ettlingen bereits: Im gebirgigen Schwarzwald sind die E-Tretroller nicht die allerbeste Lösung. Die starken Anstiege sind eher nichts für sie. Wir hingegen sind stets auf dem Flachland unterwegs und spüren davon nichts.

Es geht gesellig weiter: In Karlsruhe kommen wir mit Studenten, Professoren und Passanten rund um das Universitätsgelände ins Gespräch und bieten kleine Testfahrten mit dem E-Scooter an. Begeistert sind sie hier vom E-Tretroller alle. Einziger Wehrmutstropfen: Der Anschaffungspreis. Bis zu 2000 € passen natürlich eher weniger in ein knappes Studentenbudget. Aber dafür gibt es ja die Sharing-Anbieter!

Selbst auf der letzten Etappe des heutigen Tages bleibt unser Fahrer Igor nicht alleine. Er wird begleitet von einer Journalistin der BNN (Badische Neueste Nachrichten), die heute zum ersten Mal auf einem E-Scooter steht.

Nach kurzer Eingewöhnungszeit und anfänglicher Unsicherheit, ist sie wenig später eine souveräne Fahrerin. Ihrem Artikel über die #greenscooterchallenge fiebern wir bereits entgegen.

Am Ende des Tages sind wir froh, dass heute einfach mal alles nach Plan gelaufen ist: Abgesehen von dem dritten Sonnenbrand in sechs Tagen vielleicht. Dafür aber haben wir viele neue Bekanntschaften gemacht und interessante Gespräch geführt. Danke an alle die den heutigen Fahrttag begleitet haben!

Eindrücke aus Tag #6 der #greenscooterchallenge

Erfahrungen aus Tag #6:

  • Gebirgige Landschaften sind für E-Scooter suboptimal
  • Das Interesse an E-Scootern ist überall groß
  • Passanten begegnen uns stets interessiert und freundlich

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Tag #7 – von Bruchsal bis Mannheim

07.08.2019

Es ist früher Morgen als das Regenradar Gewitter anzeigt. Das ist etwas, wovor sich unser Fahrer Igor schon seit der Planungsphase für die #greenscooterchallenge gefürchtet hat. Hagel, Sturm und Blitze sind etwas, das man als E-Scooter-Fahrer nicht wirklich gebrauchen kann.

Doch es hilft nichts: Wir müssen los. Das Gewitter macht sich bald bemerkbar. Auf dem Boden sammelt sich zügig das Wasser und in der ersten Kurve passiert es: Der E-Scooter driftet unter Igors Füßen hinweg, schlittert über den Asphalt. Seinem guten Gleichgewichtssinn ist es zu verdanken, dass er auch diesmal recht gut landet und es keine Verletzungen gibt. Doch merke: Bei Regen und Nässe lohnt es sich definitiv langsam und vorsichtig zu fahren.

Doch damit nicht genug: Am heutigen Tag gönnt sich Igor zudem unfreiwillig eine Fahrt durch den Wald. Hier schlägt sich der E-Scooter erstaunlich gut. Während wir einen Hasen und einen Fuchs beobachten können, trägt der E-Tretroller Igor sicher über den Waldboden.

Zwei Kilometer vor dem Ziel in Heidelberg läuft der Akku leer. Igor war an der Zwischenstation beim Laden zu ungeduldig, hat zu knapp kalkuliert. Jetzt bleibt ihm nichts anderes übrig als mit dem E-Scooter manuell zu fahren: Also klassisch mit dem Fuß anzuschieben.

Das klappt trotz des höheren Gewichts des E-Tretrollers erstaunlich gut und am Ende legt er die 2 km immer noch schneller zurück als jedes Auto in der Stadt. Die stehen nämlich im Stau.

Sein heißer Tee am Ende dieser 60,7 km langen Fahrt in rund 7 Stunden hat er sich natürlich trotzdem verdient.

Außerdem verschönt uns eine ältere Dame den Tag: Die ist begeistert davon, das Igor auf dem Bürgersteig absteigt und schiebt statt zu fahren. Das ist zwar Gesetz, wird aber nicht von jedem E-Scooter-Fahrer beachtet. Außerdem stören sie achtlos geparkte E-Scooter auf dem Bürgersteig.

Unterm Strich aber hat die ältere Dame gar nichts gegen die E-Tretroller: „Es ist wie mit den Leuten die ihre Kippen auf die Straße werfen oder leere Bierflaschen stehenlassen: Es ist einfach eine schlechte Angewohnheit, die man ihnen nur schwer abgewöhnen kann.“ Für die Weiterfahrt am morgigen Tag werden wir von ihren guten und herzlichen Wünschen begleitet.

Eindrücke aus Tag #7 der #greenscooterchallenge

Erfahrungen aus Tag #7:

  • Bei starken Regen mit dem E-Scooter besteht Rutschgefahr!
  • Fahrt bei Regen trotzdem grundsätzlich möglich
  • Der E-Scooter macht sich sehr gut auf Waldboden – erstaunlicherweise
  • Rücksichtnahme der E-Scooter-Fahrer gefragt, für eine bessere Akzeptanz innerhalb der Bevölkerung

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Tag 8 – von Mannheim nach Darmstadt

08.08.2019

Der heutige Tag beginnt für uns bei gutem Wetter in Mannheim. Auf der Zwischenstation in Weinheim treffen wir uns mit Journalisten der Weinheimer Nachrichten. Wir sprechen über die Reise und die E-Scooter der Zukunft. Eine Probefahrt auf dem E-Scooter gibt es für die Reporter natürlich ebenfalls. Und auch auf die Gefahr hin, dass wir uns an dieser Stelle wiederholen: Auch ihnen hat die Fahrt mit dem E-Scooter viel Spaß gemacht!

Gerade heute auf den eher ländlichen Streckenabschnitten und Zwischenstopps merken wir, dass die Aufmerksamkeit und das Interesse hier größer ist, als in den Metropolen. Wir kommen mit vielen Anwohnern ins Gespräch und lernen die verschiedensten Menschen kennen.

Das allgegenwärtige Problem der unzureichend klassifizierten E-Ladestationen ereilt uns auch heute wieder. An einer E-Bike-Ladestation fehlt die Lademöglichkeit für einen E-Scooter. Erneut müssen wir auf unsere liebgewonnene Ersatzbatterie zurückgreifen.

Das Treffen mit der Umweltdezendentin der Stadt Darmstadt am Nachmittag macht die ewigen Ladeschwierigkeiten wieder wett. Wir führen ein spannendes Interview und sprechen über die Nachhaltigkeit von E-Scootern und E-Scooter Sharing-Anbietern. Dabei stellen wir uns die Frage, ist es sinnvoller einen eigenen E-Scooter zu besitzen oder auf die Sharing-Angebote zurückzugreifen? Das ganze Interview gibt es hier.

Kurz darauf ist Feierabend. 59,7 km hat unserer Fahrer Igor in acht Stunden gemeistert, trotz hügeliger Fahrtstrecke hat sich der E-Scooter gut gemacht. Auch der Akkuverbrauch war während der Anstiege unerwartet niedrig. Die Landesgrenze von Baden-Württemberg können wir am heutigen erfolgreichen Tag auch noch hinter uns lassen. Hallo Rheinland-Pfalz!

Erfahrungen aus Tag #8:

  • E-Bike-Ladestation ist nicht gleich E-Scooter-Ladestation
  • Akkuverbrauch bei „hügeliger“ Fahrt unerwartet niedrig
  • Interview mit den Weinheimer Nachrichten & der Umweltdezentin der Stadt Darmstadt

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Tag #9 – von Darmstadt nach Frankfurt

09.08.2019

Heute geht es auf „Heimatbesuch.“

Sowohl in familiärer Hinsicht für unseren Fahrer Igor, als auch in beruflichem Hinblick: Igor, sein E-Scooter und das #greenscooterchallenge Team machen heute Halt beim Mutterkonzern, der eprimo GmbH in Neu-Isenburg.

„Das war ein wunderschöner Tag und die Begrüßung hatte ich so gar nicht erwartet.“, sagt Igor, der mit einer Laola aus Kollegen, Firmenmitarbeitern und der Chefetage begrüßt wird. Zwar verfolgt das zuhausegebliebene Team Igors Reise digital, etwa auf YouTube, Instagram oder hier im Blog, doch es schön Igor einmal persönlich auf die Schulter klopfen zu können und ihn von seinen Erfahrungen erzählen zu hören.

Was das bisher ungewöhnlichste Ereignis der Reise war? Sicher das Warten durch den Rhein an Tag 1, da ist sich Igor sicher.

Nach ca. 56 km gefahrenen Kilometern, inklusive kurzem Zwischenstopp in Frankfurt, gönnt sich Igor dann eine Übernachtung in Rüsselsheim.

Nach rund einem gemeisterten Drittel der gesamten Fahrtstrecke ist Igor froh über den Support von Kollegen und Familie. „Ich habe schon gemerkt, dass es langsam ganz schön an meiner Energie gezehrt hat. Aber jetzt bin ich wieder höchst motiviert!“ Im Namen von Igor und aller Beteiligten: Danke, dass ihr an diesem schönen Empfang teilgenommen und ihn zu etwas besonderem gemacht habt.

Erfahrungen aus Tag #9:

  • Home sweet home – Zuhause ist es immer noch am schönsten!

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Tag #10 – Mainz

10.08.2019

Igor bedient sich auch heute noch einmal seines Heimvorteils: In Begleitung von Freunden und Familien steuert er auf dem E-Scooter Mainz an. Dabei tritt er in seiner Heimatstadt zum Bürgerdialog an.

Unterstützt wird er dabei auf dem Schillerplatz vom #greenscooterchallenge Team. Er erzählt von der Reise und bietet natürlich wieder kostenlose Probefahrten mit dem E-Scooter an.

Ca. fünfzig Menschen sind dem Aufruf zum E-Scooter Kennenlernen auf Antenne Mainz gefolgt und auf dem Schillerplatz werden bald die ersten Probefahrten gedreht. Rund zwei Stunden lang steht Igor Interessierten Rede und Antwort, bevor es ins wohlverdiente Wochenede geht. Nächste Woche stehen schließlich auch noch ein paar hundert Fahrtkilometer an…

#greenscooterchallenge Tag #9

Erfahrungen aus Tag #10:

  • Das E-Scooter Fahren lässt sich nach kurzer Einweisung sehr schnell lernen
  • In Mainz ist das Interesse an E-Scootern groß – wir führen viele interessante Gespräche

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Tag #12 – von Mainz nach Rüdesheim am Rhein

12.08.2019

Die erste Etappe heute von Mainz nach Wiesbaden wird von Hundegebell und -attacken begleitet. Als E-Scooter-Fahrer macht man sich nicht bei allen Vierbeinern beliebt und Igor sieht sich mit seiner ganz besonderen „Freundschaft“ zu Hunden heute mehr als einmal konfrontiert.

In Wiesbaden kommt er dennoch wohlbehalten an. Dort erwarten ihn die Moderatoren von Radio FFH zum Interview über E-Scooter. Für uns ist das in unserer journalistischen Arbeit auf dieser Reise bisher das absolute Highlight! Später am Abend werden wir beim gemeinsamen Essen der Ausstrahlung im Radio lauschen und sind dankbar und zufrieden mit dieser Begegnung.

Einmal mehr zeigt sich dann auf der Weiterfahrt, dass Rücksichtnahme im Straßenverkehr immer noch sehr geschätzt wird.

Bei der Fahrt durch Wiesbaden wird Igors Fahrradweg von einem Kind auf einem Einrad gekreuzt, das unaufmerksam in seiner eigenen Welt unterwegs ist. Die Familie, die sich etwas abseits aufhält, ist hin und weg davon, dass Igor aus Sicherheitsgründen absteigt und das Kind zu Fuß überholt. Dankbarkeit und Verwunderung werden ihm im gleichen Maße zuteil. Wer sich also in seiner Stadt beliebt machen möchte, sollte einfach öfter mal Rücksicht nehmen, so scheint es!

Einen Zwischenstopp gibt es im schönen Eltville im Rheingau, hier wird der Akku des E-Scooters wieder aufgeladen. In unserer finalen Station in Rüdesheim besuchen wir dann noch das Niederwalddenkmal und genießen von hier aus den Sonnenuntergang. Ein perfekter Tagesabschluss nach einem gelungenen Tag.

#greenscooterchallenge Tag #12

Erfahrungen aus Tag #12:

  • nicht alle Hunde finden E-Scooter toll – Achtung beim überholen!
  • Radiointerview mit FFH in Wiesbaden
  • Rücksichtnahme im Straßenverkehr zahlt sich aus

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Tag #13 – von Rüdesheim am Rhein nach Koblenz

13.08.2019

Zwar ist es „nur“ Dienstag der 13., doch der heutige Tag hat es in sich. Wir müssen leider Igors ersten richtigen Unfall verbuchen.

Igor und Flash, wie der E-Scooter mittlerweile heißt, fahren auf dem Rheinweg Richtung Oberwesel. Der Großteil der Strecke ist eben und asphaltiert. Immer wieder aber gibt es Wasserrinnen, die den Asphalt unterbrechen und dort mit Kopfsteinpflaster ausgelegt sind.

Eine solche Wasserrinne wird Igor dann zum Verhängnis: Er stürzt bei voller Fahrt. Eine, wie er später selbst sagt, semiprofessionelle Taekwondo-Sprungrolle in den Graben bewahrt ihn vor größeren Verletzungen. Die Landung ist im Gras zwar weich, Knöchel und Arm kriegen trotzdem Kratzer ab.

Viel bitterer als der Sturz selbst ist aber, dass keiner der vorbeifahrenden Radfahrer anhält, um nach dem verletzten E-Scooter-Fahrer zu sehen. Obwohl sie hinter ihm unterwegs waren und den Sturz daher gesehen haben müssen, wird Igor keine Hilfe zuteil. Glücklicherweise braucht er die heute auch nicht dringend.

Etwas später ist Igor gleich in den nächsten Unfall verwickelt – der glücklicherweise glimpflich ausgeht.

An einer schlecht einsehbaren Kreuzung muss Igor eine Vollbremsung hinlegen um sich vor einem Autofahrer in Sicherheit zu bringen, der ihn andernfalls mit sicher mehr als den erlaubten 50 km/h seitlich erwischt hätte. 

Als Dankeschön für Igors Vollbremsung legt der Autofahrer kurz darauf den Rückwärtsgang ein, fährt zurück und erklärt Igor aus seinem Sportwagen heraus noch einmal, wie unverantwortlich er gefahren sei. Wir können nur den Kopf schütteln. Aber immerhin wissen wir jetzt, dass die Bremsen des E-Scooters einwandfrei funktionieren und eine Vollbremsung auch bei Höchstgeschwindigkeit sicher möglich ist.

Doch damit nicht genug: Selbst das Wetter ist heute nicht auf unserer Seite. Starker Gegenwind frisst die Akkuleistung des Metz Moover auf. Eine geplante Etappe von 22 Kilometern beispielsweise ist ohne Zwischenladen nicht mehr machbar. Heute müssen wir insgesamt fünf Ladestopps einlegen, um die 75 km in 9 Stunden zu bewältigen.

#greenscooterchallenge Tag #13

Erfahrungen aus Tag #13:

  • erster richtiger Sturz. Grund: Kopfsteinpflaster!
  • Hilfsbereitschaft von Fahrradfahrern leider gering
  • beinah-Unfall mit uneinsichtigem Autofahrer
  • als E-Scooter-Fahrer muss man extrem vorausschauend unterwegs sein!
  • Gegenwind frisst Akkuleistung auf, Reichweite von 25 km nicht mehr gegeben

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Tag #14 – von Koblenz nach Bonn

14.08.2019

Unser Tag beginnt in Koblenz. Der erste Zwischenhalt befindet sich in Andernach. Ein kleines, uriges Städtchen am Rhein. Und ja, hier gibt es eine dieser Raritäten: Eine öffentliche E-Bike Ladestation mit grünem Strom, gleich gegenüber der Stadtverwaltung. Sie funktioniert einwandfrei, passt zum Anschluss und erspart es uns, dass wir in Cafes und Restaurants nach einem Ladeplatz fragen müssen. Großartig!

An der nächsten Haltestelle in Sinzig dann gleich wieder ein anderes Bild. Hier gibt es zwar einen E-Bike-Ladeschrank, doch keiner weiß so genau wo der Schlüssel dafür ist…

Der Ladeschrank steht zwischen der Stadtverwaltung und einem Cafe und es dauert eine Weile, bis wir jemanden ausfindig machen können, der weiß, wo und wie der Ladeschrank zu öffnen ist.

Zugegeben sind wir etwas erstaunt: Da gibt es schon mal eine funktionierende E-Bike-Ladestation und dann ist die Nachfrage so gering, dass sie quasi in völlige Vergessenheit gerät. Na ja, wir haben heute jedenfalls Gebrauch von ihr gemacht und können sie empfehlen! (Ab jetzt weiß man wahrscheinlich wohl auch, wo der Schlüssel ist.)

Hier in Sinzig sind wir außerdem mit der Klimaschutzmanagerin der Stadt zu einem Interview verabredet. Wir reden natürlich über Klimaschutz, Windräder und Solaranlagen aber auch eine Frage, die die Stadt ganz aktuell beschäftigt: Lieber ein neues Parkhaus bauen, oder Fahrradwege ausbauen und sanieren? Tatsächlich tendiert die Stadt aktuell zu letzterem. Nach unserer Fahrt durch Sinzig können wir jedoch sagen: In verbesserten Fahrradwegen wäre das Geld ebenso gut aufgehoben.

Ein erneutes Abenteuer erleben wir mit der Empfehlung von Google Maps für einen „Fahrradweg.“ Der entpuppt sich als 700 Meter lange Kopfsteinpflaster-Hölle, mit Steinen, die sich in Höhe und Abstand gehörig unterscheiden. Aus Sicherheitsgründen beschließt Igor zu schieben. Kopftsteinpflaster lassen sich mit dem Metz Moover zwar schon befahren, diese hier sind aber eine Nummer zu grob.

Am Ende des Tages haben wir 67,6 Kilometer auf dem Tacho und waren 8 Stunden und 20 Minuten unterwegs. Außerdem ist die Gesamtmarke von 700 km geknackt. Damit haben wir mehr als die kilometermäßige Hälfte zurückgelegt. Wir schätzen jedoch, dass es ein paar mehr als die anfänglich geplanten 1.200 km werden könnten.

#greenscooterchallenge Tag #13

Erfahrungen aus Tag #14:

  • E-Bike Ladestationen sind Fluch und Segen zugleich
  • in Karten angegebene Fahrradwege sind nicht immer für E-Scooter geeignet
  • Grüne Wende und Stadtplanungsrealität liegen manchmal doch noch ferner auseinander, als uns allen lieb ist
  • Kopfsteinpflaster kann man grundsätzlich mit dem E-Scooter befahren, sollte jedoch gründlich abwegen

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Tag #15 – von Bonn nach Köln

15.08.2019

Der heutige Morgen beginnt in Bonn. Die erste Ladezuflucht finden wir im Heim unserer Kamerafrau Kim, die in der Nähe von Köln wohnt.

Von hier aus machen wir uns dann auf den Weg zum Rhein, genauer ans Rodenkirchener Ufer. Wir sind verabredet mit Schauspieler Christian Stock. Er hat mit seiner Initiative K.R.A.K.E. (Kölner Rhein-Aufräum-Kommando-Einheit) zur Müllsammelaktion aufgerufen.

Tja, nur macht uns der Akku einen Strich durch die Rechnung. Wir glauben, dass der Akku langsam von unserer exzessiven Fahrt Abnutzungserscheinungen davon getragen hat.

Während er zu Beginn vollgeladen sicher 24 – 25 km schaffte, sind es jetzt eher 21 – 22 km. Und so geht uns auf den letzten Kilometern zum Rhein der Strom aus. Die letzten zwei Kilometer muss Igor den Roller zu Fuß anschieben. Bei einem 16kg Gerät sorgt das natürlich nicht gerade für eine enorme Fahrgeschwindigkeit.

Zur Müllsammelaktion kommen wir trotzdem noch – gerade rechtzeitig. Rund zwanzig Freiwillige, Pressevertreter und Christian Stock selbst sammeln hier mit uns zwei Stunden lang Müll ein. Zehn große Müllsäcke voll sind unsere Ausbeute am Ende. Traurig, bestürzend, alarmierend.

Für uns geht es im Anschluss weiter an den Kölner Dom. Wir genießen den Trubel in der Innenstadt und kommen mit vielen Menschen ins Gespräch die Fotos machen, mit uns sprechen oder ihre Fragen loswerden wollen. Es ist ein spontanes, vielseitiges und fröhliches Zusammentreffen. Am Ende des Tages ist die Fahrbilanz natürlich eher eine kleine: 47,9 km waren es heute.

Igor klagt jetzt das erste Mal über Erschöpfungserscheinungen. Nicht so sehr während der Fahrt – es sind eher die Pausen, in denen ihn Müdigkeit und fehlende Energie übermannen.

Wenn dann noch organisatorische Aufgaben hinzukommen oder Termine koordiniert werden müssen, geht ihm das ganz schön an die Nerven. „Ich merke halt schon, dass ich jetzt 750 Kilometer gefahren bin.“, sagt er müde aber immer noch gut gelaunt. Halte durch Igor – das Wochenende naht und Kiel ebenfalls!

#greenscooterchallenge Tag #15

Erfahrungen aus Tag #15:

  • Nach exzessiver Nutzung (rund 700 km in 12 Tagen) zeigt der Akku erste Leistungsverluste
  • Im / am Rhein ist das Müllproblem groß
  • die Kölner sind an E-Scootern und der #greenscooterchallenger sehr interessiert und freundlich aufgeschlossen

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Tag #16 – von Köln bis Düsseldorf

16.08.2019

In den letzten Fahrt-Tag dieser Woche starten wir entspannt. Das Wetter ist auf unserer Seite und entlang des Rheins erwarten uns gut asphaltierte Fahrradwege über 40 Kilometer. Fünf Stunden werden wir heute unterwegs sein.

In Dormagen sind wir mit dem Diplomingenieur Dirk Böllert verabredet. Wir führen ein interessantes Interview darüber, wie die Energiewende vorangebracht werden kann. Herr Böllert glaubt, dass unbedingt die „kritische Masse“ erreicht werden muss, damit die Energiewende zu einer Erfolgsgeschichte wird.

Die kritische Masse bezeichnet einen Schwellenwert. Ist dieser überschritten, wird sich ein System praktisch von selbst durchsetzen. Dafür ist es nicht notwendig, jedes einzelne Mitglied einer Gruppe oder in unserem Fall, der Bevölkerung, zu überzeugen. Für die Energiewende bedeutet das also: Nur wenn wirklich viele Menschen mitmachen wird daraus ein Selbstläufer.

Weil wir so ein anregendes und spannendes Gespräch führen, verabredet sich Herr Böllert spontan mit uns für eine spätere Station unseres heutigen Wegen. Wir treffen ihn nun noch einmal in unserer Endstation Düsseldorf.

Die Fahrt darüber hinaus verläuft gänzlich ohne Probleme und sehr ruhig. Das ist auch gut so, denn die körperliche Belastung für Igor macht sich langsam bemerkbar. Das jetzt anbrechende Wochenende und damit die verbundene Fahrpause haben wir alle sehr herbeigesehnt.

#greenscooterchallenge Tag #16

Erfahrungen aus Tag #16:

  • für eine erfolgreiche Energiewende muss die kritische Masse erreicht werden
  • wir brauchen Wochenende – dringend!

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Tag #19 – von Düsseldorf nach Bochum

19.08.2019

Der Tag beginnt früh und er wird definitiv als ein humoristisches Highlight in die Reisedokumentation eingehen.

Um 07.30 Uhr gestartet, mit Kopfhörern in den Ohren gegen die Langweile, wird Igor nach nur wenigen Minuten Fahrt aus dem Verkehr gezogen. Ein Polizeibus in voller Besetzung, der ihn kurz zuvor überholt hatte, winkt ihn zur Kontrolle raus. Igor wird sofort von drei Polizisten umstellt, die befürchteten, er könnte die Flucht antreten. Das hat er natürlich nicht vor.

Das Gespräch beginnt mit der Frage, ob der E-Scooter versichert ist.
„Ja.“, beteuert Igor und deutet auf die Versicherungsplakette am Heck des E-Scooters.
„Und wie schnell fährt der?“
Nicht schneller als die gesetzlich erlaubten 20 km/h.“, erklärt er weiter.
„Ja, dann zeigen Sie mal.“
Igor schaltet den E-Scooter aus, dann wieder an. Auf dem Display des Metz Moover wird nun die Maximalgeschwindigkeit eingeblendet. Wie versprochen 20 km/h. Erste Bewunderung der Beamten macht sich breit. Von diesen Funktionen ahnten sie offenbar nichts.

„Was ist denn das für ein E-Scooter überhaupt?“ Jetzt sind sie im Flow, die Fragen kommen wie von selbst.
„Ein Metz Moover, der hat schon seit März die Straßenzulassung.“
„Ach wirklich? Das ist ja interessant!“

„Ja, einen straßenzugelassenen E-Scooter erkennt man zum Beispiel an den zwei unabhängigen Scheibenbremsen–“, Igor ist sich nicht zu schade alles zu demonstrieren. „– er braucht natürlich auch eine Versicherungsplakette und darf eben nicht schneller als 20 km/h fahren.“

Nach einer kurzen Schulung für die freundlichen Polizeibeamten bietet Igor eine Probefahrt an. Die wird jedoch dankend abgelehnt. Dafür gibt es noch gute Wünsche für die weitere Reise mit auf den Weg. Und so etwas wie unausgesprochene Dankbarkeit, darüber, dass man sich mit diesen E-Scootern nun tatsächlich einmal vertraut machen konnte.

Den nächsten Stopp legt Igor in Breitscheid ein. Hier trifft er Jens Michael Peters, den CEO unseres Mutterkonzerns eprimo. Gemeinsam legen sie die 20 Kilometer bis zum innogy Tower zurück.

Doch der Vorführeffekt schlägt zu: Seitdem wir im Rheinland sind gibt es deutlich mehr Hügel und Gefälle. Der Akku reicht nur noch für ca. 19 bis 20 Kilometer statt der ursprünglichen fast 25 km.Und obwohl wir uns für die beiden eine elegante Einfahrt vor dem innogy Tower gewünscht hätten, wird für die letzten Meter Manneskraft gebraucht. Der Akku ist leer und die E-Scooter müssen manuell angetreten werden. Ins Ziel kommen beide trotzdem.

Nach einigen Interviews und einem kurzen Meeting mit dem Vorstand der innogy SE fährt Igor weiter die geplante Route entlang. Kim und Johannes, das Back Up Team, sind zur gleichen Zeit mit der Vorsitzenden des NABU Ruhr verabredet, Elke Brandt. Sie bekommen für Igor das Interview in den Kasten, während er sich bis nach Bochum vorkämpft.

Die Fahrt ist alles andere als bequem, denn von Essen nach Bochum verläuft die Strecke ohne jeden Fahrradweg. Igor muss auf die Straße ausweichen. Im Vergleich zu Darmstadt, Mainz oder Freiburg, fehlt die Infrastruktur an Fahrradwegen hier gänzlich.

Am Ende ist die Bilanz: 848 km insgesamt, 57,6 km heute in 8 Stunden und 30 Minuten. Am Abend steht dann die Planung für die nächsten Tage an: Wegen der verminderten Reichweite, aufgrund der vielen Hügel, müssen die folgenden Stationen etwas kürzer geplant werden als bisher.

Erfahrungen aus Tag #19:

  • erste Polizeikontrolle erfolgreich bestanden
  • bei dieser Polizeistreife gab es große Wissenslücken in Bezug auf E-Scooter – für Erläuterungen waren sie dankbar
  • vermehrte Anstiege sorgen für eine verringerte Reichte von 19 km statt der ursprünglichen 25 km
  • wenig Fahrradwege auf unserer Strecke im Ruhrgebiet

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Tag #20 – von Bochum nach Waltrop

20.08.2019

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Tamara

Tamara ist unsere "Queen of Content:" Wenn sie nicht gerade durch die Welt reist, Tiere rettet oder Strände von Müll befreit, unterstützt sie uns im Innovation Lab der eprimo GmbH, unsere Artikel und Projekte in passende Worte zu verpacken. Aber nicht nur beim richtigen Ausdruck, auch in Sachen Design arbeiten wir immer wieder mit der staatl. geprüften Gestaltungs- und Medientechnischen Assistentin zusammen.
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