Welche E-Scooter Sharing Angebote kommen nach Deutschland?

Story Highlights

  • E-Scooter werden in Deutschland zugelassen!
  • 5 große Sharing Dienste kommen mindestens nach Deutschland
  • E-Scooter Boom für Sommer 2019 erwartet

Endlich – der Bundesrat hat am 17. Mai 2019 die Elektrokleinstfahrzeugverordnung (kurz eKFV) angenommen. Damit ist der Weg für E-Tretroller auf deutschen Straßen frei. Wer noch vor einem Kauf eines eigenen E-Scooter zurückschreckt und das neue Fortbewegungsmittel testen möchte, der kann bei einem Sharing Anbieter einen E-Flitzer ausleihen.


Doch welche Sharing Anbieter kommen nach Deutschland? Und noch viel wichtiger, wo? Unsere Redaktion hat versucht, aus Pressemitteilungen und Jobanzeigen der einzelnen Sharing Anbieter die Städte zu bestimmen, welche in diesem Sommer einen E-Scooter Sharing Dienst bekommen.

Abgesehen von lokalen Stadtwerken haben 5 große Mobilitätspioniere ihren Sharing Service angekündigt. Dazu gehören die amerikanischen Riesen „Bird“ und „Lime“, das schwedische Start-Up „Voi“, das Berliner Start Up „Tier“ und das Tochterunternehmen von mytaxi „Hive“.

Lime – ein globaler Player mit Erfahrung mit Sharing System in Deutschland

Aus dem berühmten Silicon Valley kommt das Unternehmen Lime, welches 2017 mit einem Sharing Bike Angebot in Amerika gestartet hat. Nach und nach etablierte das Unternehmen sein Leihfahrrad System in Europa, Südamerika und Australien/Neuseeland. Auch in Deutschland verleiht Lime seine Fahrräder in Berlin und Frankfurt.

Laut den Job Offerten auf der Homepage von Lime sucht das Unternehmen in Deutschland kräftig nach Mitarbeitern. Neben den schon aktiven Standorten von Lime Berlin und Frankfurt gibt es Stellenausschreibungen für München und Hamburg. Mittlerweile sehen wir auch in diesen Städten die grünen E-Scooter!

Im Ausland kann man die E-Scooter von Lime einfach per App und QR-Code freischalten. Die App kann man heutzutage schon für Fahrräder und E-Bikes nutzen. Eine Integration der E-Scooter scheint hier nach unserer technischen Meinung wahrscheinlich.

Bird – der große Gegenspieler aus dem Silicon Valley   

Gegründet 2017 vom ehemaligen „Uber“- Geschäftsführer Travis VanderZanden startete Bird ein E-Scooter Verleihsystem zuerst in den USA. Anders als Lime konzentrierte sich Bird nur auf das Verleihen der E-Scooter und verzichtete auf den Verleih von Fahrrädern. Laut der Homepage des Unternehmens operiert Lime heutzutage schon in über 100 Städten in den USA, Europa und Tel Aviv.

Das rasend schnell wachsende Unternehmen möchte auch in Deutschland durchstarten. Aktuell testet Bird gemeinsam mit dem Stadtrat das Sharing System in Bamberg. Doch man will hoch hinaus: Laut den Stellenanzeigen von Bird möchte das Start Up aus dem Silicon Valley in 6 Großstädte von Deutschland. Zu diesen gehören Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, München und Stuttgart.

Interessant ist hierbei der Standort Stuttgart: Laut einem Spiegel Berichts über den Test von Bird schaffen die E-Roller nur schwer den Anstieg auf gebirgigen Strecken. [1] Wie gut das Sharing Angebot im hügeligen Stuttgart aufgenommen wird, ist eine interessante Frage.

Voi – auf die Breite des Angebotes kommt’s an.

Schweden ist dafür bekannt, besonders umweltfreundlich zu denken. „Flygskam“, was übersetzt Flugschämen bedeutet, kommt aus Schweden und impliziert, dass man aus Umweltgründen nicht so viel fliegen soll. Da kommt es nicht überraschend, dass das Start-Up Voi 2018 erfolgreich in Schweden gestartet ist. Das Business Modell mit E-Scootern und Leihfahrrädern wurde vom stark wachsendem Unternehmen auch in Skandinavien, Frankreich, Spanien und Österreich eingeführt.

In diesem Sommer 2019 soll nun auch Deutschland hinzukommen. Und anders als die amerikanischen Konkurrenten möchte Voi nicht nur in den Metropolen vertreten sein. Bis zu 30 Städte [2] möchte das Unternehmen in Deutschland anbinden. Und keinesfalls nur die großen wie Berlin, München oder Frankfurt. Auch kleinere Städte wie zum Beispiel Leipzig, Erfurt oder Bielefeld sollen laut der Stellenbeschreibungen von Voi erschlossen werden. Welche Städte genau hinzukommen, könnt ihr auf der interaktiven Ladekarte erkennen.

Tier – In der Welt schon gestartet, in Deutschland zuhause

In den Kampf der E-Scooter Sharing Mächte steigt auch das deutsche Start-Up Tier mit ein. Als deutsches Unternehmen litt Tier besonders unter dem Verbot von E-Scootern in Deutschland. Man suchte sich jedoch Märkte in Europa, wo man die kleinen Flitzer auf die Straßen bringen konnte. Zurzeit operiert Tier in 18 Städten in Europa. Ein Erfolgsgeheimnis von Tier ist die von Beginn an enge Kommunikation mit den Städten, um ein reibungsloses Angebot anzubieten [3].

Dieses Erfolgskonzept soll nun zurück in die Heimat gebracht werden. Mit der Zustimmung der eKFV peilt Tier mehrere Städte in Deutschland an. Nach der Analyse der Stellenangebote möchte Tier nicht nur in die großen Metropolen Berlin, München, Hamburg einziehen. Auch kleinere Städte wie zum Beispiel Mainz, Heidelberg und Regensburg werden offenbar ins Visier genommen. Wir zeigen dir die möglichen Standorte von Tier in unserer innovativen Karte.

Hive – das Taxiimperium schlägt zurück – und das modern und innovativ

Das erst seit April diesen Jahres (2019) existierende Start-Up Hive ist ein Tochterunternehmen des deutschen Taxivermittlers freenow. Während zurzeit die Taxifahrer in ganz Deutschland unter Druck geraten wegen neuer Mobilitätswettbewerbern wie Uber, ergreift myTaxi die Flucht nach vorne und möchte selber ein sehr großer Anbieter im Bereich Mikromobilität werden. Hive operiert schon im europäischen Ausland sehr aktiv, unter anderem in Lissabon, Wien und Paris.

Nun möchte man auch in Deutschland ganz groß auftrumpfen. In Kooperation mit sharenow, einem Konsortium von BMW und Daimler, bietet Hive schon heute ein Sharing Dienst auf den Messegeländen München und Hamburg [4]. Zum Start im Sommer 2019 möchte Hive nun in mehreren Metropolregionen starten, dazu gehören Berlin, Hamburg, Stuttgart und München. Weitere mögliche Standorte, die basierend auf den Stellenausschreibungen des Unternehmens festgelegt wurden, könnt ihr euch unten in der Grafik anschauen.

Circ – in fast ganz Deutschland aktiv

Wer vor einigen Zeiten auf dem sozialen Netzwerk StudiVZ Zeit verbrachte oder über Lieferheld Essen bestellt hat, nutzte damit bereits die realisierten Ideen des Gründers Lukasz Gadowski. Nun positioniert sich der Unternehmer als CEO des Start-Up Flash in Berlin. Das Business Modell des Start-Ups sieht vor, E-Scooter und E-Bikes in einem Free-Floating Prinzip zu verleihen. Darunter versteht man das flexibel anmieten und abstellen von Sharingfahrzeugen abseits fester Mietstationen. Innerhalb der vom Anbieter definierten Fahr- und Parkzonen kann der E-Scooter oder das E-Bike also überall geparkt und gemietet werden.

Das System erprobt das Unternehmen zurzeit in Herne [5]. Nach der erfolgreichen Zustimmung des eKFV im Bundesrat plant das Unternehmen die Expansion.

Und dabei denkt das Start Up groß, ziemlich groß um genau zu sein. Laut der Stellenanzeigen auf der Homepage von Circ plant das Unternehmen, sich in großen und mittelgroßen Städten in Deutschland zu engagieren. Dabei fahren sie eine ähnliche Strategie wie das Start-Up VOI aus Schweden und verbinden diese mit der engen Abstimmung mit den Städten, eine ähnliche Strategie wie der Nachbar Tier in Berlin verfolgt. In welchen Städten genau wir den Anbieter vermuten im Sommer, erfahrt Ihr in der untenstehenden Karte.

Weitere potentielle  Akteure können in Deutschland aktiv werden

Der Sommer 2019 wird das Stadtbild der deutschen Kommunen sicherlich verändern. Eine neue Verkehrswende könnte uns bevorstehen. Und weitere Unternehmen könnten auch einen Einstieg in den deutschen Markt planen.

So hat erst kürzlich VW angekündigt, einen eigenen E-Scooter Verleih anzubieten. [6] Der Dieselskandal sowie die Strategieänderung Richtung E-Mobilität könnte den Autobauer in ein ganz neues Segment katapultieren.

Auch andere Unternehmen kooperieren mittlerweile mit E-Scooter-Verleihern. So hat sich die Münchener Verkehrsgesellschaft mit dem E-Scooter Sharing-Anbieter TIER zusammengeschlossen, um neben Bussen und Bahnen auch E-Scooter ins Verkehrsnetz zu integrieren. (9)

Darüber hinaus sollte man auch Uber auf dem Zettel haben: Das amerikanische Unternehmen hat eine Tochtergesellschaft unter dem Namen Jump gegründet. In Berlin startete Jump schon ein E-Bike Sharing System mit 1000 E-Bikes [7]. In anderen Städten wie Madrid und Paris bietet das Unternehmen auch E-Scooter an [8]. Pläne für eine Einführung der E-Scooter in Deutschland gibt es von offizieller Seite noch nicht.

Der Sommer 2019 wird spannend!

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Igor

Igor packt gerne mit an und ist sich nie zu schade auch die verrücktesten Ideen in die Tat umzusetzen. Er ist unter anderem der Fahrer unser 1.200km E-Scooter Challenge durch Deutschland und oft an allen Fronten gleichzeitig tätig. Und wenn er nicht gerade auf einem E-Scooter steht oder E-Roller testet, tut er im Innovation Lab der eprimo GmbH was er am besten kann: Ideen entwickeln, planen und umsetzen.
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