Der Elektroroller Trinity Venus im Test

Story Highlights

  • Trinity Venus im Test: Unser Urteil? Gut!
  • + herausnehmbare Lithiumbatterie, 60km Reichweite
  • - Brummgeräusch beim Aufladen, Stauraum

E-Roller, auch E-Mopeds genannt, sind längst ein Teil des gängigen Stadtverkehrs. Zahlreiche Hersteller bieten unterschiedliche Modelle an. Darunter auch die Trinity Venus, ein E-Roller im Design eines klassischen Mopeds. Wir haben ihn für dich getestet!


Trinity Venus: Günstiger Einstieg in Elektromobilität

Der Hersteller Trinity ist ein deutsches Unternehmen mit Sitz in Meinersen, in der Nähe von Hannover in Niedersachsen. Spezialisiert ist die Firma auf Elektroroller.

Im Sortiment findet sich eine vielfältige Auswahl an elektronischen Fahrzeugen: Von kraftvollen Motorrädern mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 120 km/h, zu wendigeren und kleineren Stadtflitzern wie dem von uns getesteten Modell. Diese eigenen sich ganz besonders für regionale Fahrten.

Wenn du einen Autoführerschein der Klasse M, A1, A2, A oder B besitzt, bist du für das Fahren eines solchen E-Rollers bereits zugelassen. Je nach Geschwindigkeit des E-Rollers reicht außerdem eine Prüfbescheinigung für Mofas oder ein Führerschein der Klasse AM aus. Mehr zum Thema „Welcher Führerschein zum E-Roller fahren?“ findest du hier.

Für unseren Test haben wir die Trinity Venus auserkoren: Mit einer Motorenleistung von 2,0 kW und einem 60 Volt Lithium-Akku mit einer Speicherkapazität von 1,7 kW. Zum Vergleich: Ein großer moderner Kühlschrank mit Gefrierfach verbraucht ungefähr 1,8 kW pro Woche [1].

Laut Herstellerangaben reicht der Akku der Venus für eine Strecke von bis zu 65 Kilometer und kann bis zu 1000 Mal ohne Leistungsverlust aufgeladen werden. An einer normalen Haushaltssteckdose braucht das Vollladen rund 8 Stunden. Der Elektromotor kann laut Hersteller auf maximal 45 km/h beschleunigen. Zwei Personen können auf einer Trinity Venus fahren.

Die Trinity Venus in Kürze:

  • E-Roller mit einer Motorenleistung von 2,0 kW
  • 60 Volt Lithium-Akku mit 1,7 kW Speicherkapazität
  • bis zu 65 km Reichweite
  • 8 Std. Ladezeit an Haushaltssteckdose
  • Geschwindigkeit 45 km/h
  • Preis ab ca. 2.699,00€ (Stand 07/2019)

Aufbau, Optik und Ausstattung

Die Trinity Venus wurde vom Spediteur direkt vor unsere Haustür geliefert. Verpackt auf einer Palette und umwickelt mit einer Schutzfolie hatte sie den Transport bestens überstanden.

Das 75kg leichte Modell war in wenigen Minuten ausgepackt und wurde einem kurzen Check unterzogen.

Batteriefach der Trinity Venus
Batteriefach der Trinity Venus

Beim hinterem Antriebsrad entdeckten wir den Boschmotor. Aber wo steckte die Batterie?

Dort wo sich bei einem herkömmlichen Moped das Gepäckfach unter dem Sitz befindet, entdeckten wir den Energiespeicher, etwa in der Größe einer Autobatterie. Um die Batterie separat aufzuladen kann man ihn relativ einfach aus seiner Position lösen.

Übrigens: Wem das Gepäckfach, in dem sich nun der Energiespeicher befindet, an Stauraum fehlt, der kann sich ein zusätzliches Topcase für mehr Platz zulegen. Es wird hinter dem Sitz am Heck befestigt. Kostenpunkt etwa 99,00€.

Was fehlt? Der Lärm!

Zeit die Trinity Venus in ihrem Element zu testen: Auf der Straße.

Ein E-Roller Neuling würde beim Anlassen das rollertypische Aufheulen des Motors erwarten. Oder zumindest irgendein hörbares Geräusch. Doch die Venus bleibt still. Nur das vordere Display inklusive der Geschwindigkeitsanzeige startet. Dort werden auch Reichweite-, Kilometer- und Batterieanzeige sichtbar.

Unter dem rechten Lenkgriff befindet sich eine rote Taste zur Verstellung der Motorenstärke. Möglich ist die Auswahl aus drei verschiedenen Stufen. Wir starteten mit Stufe Eins, der niedrigsten Stufe.

Beim Anfahren war die kräftige Beschleunigung des Elektrorollers sofort spürbar. Daran muss man sich im ersten Moment gewönnen. Bei geübter Fahrweise kann man so jedoch im hektischen Großstadtverkehr problemlos mithalten. Genau das wollten wir dann auch in realer Testumgebung ausprobieren.

 

Schnelle Beschleunigung, hohe Maximalgeschwindigkeit

In der Stadt zeigt die Trinity Venus was in ihr steckt.

Durch die vielen Ampeln im Stadtgebiet ist die schnelle Beschleunigung ein großer Vorteil. Laut Hersteller erreicht die Venus eine Maximalgeschwindigkeit von 45 km/h. Im realem Betrieb zeigte das Display bis zu 52 km/h.

Verantwortlich dafür könnte ach das Fahrergewicht sein: Leichtere Fahrer kommen auf höhere Geschwindigkeiten. Mit Jacke und Kleidung brachte unser Testfahrer 70 kg auf die Waage und ist damit wohl unter dem durchschnittlichen Gewicht eines deutschen Fahrers .

Auch beim Bremsen zeigt die Venus ihr Können: Dank dem sogenannten regenerativen bremsen erhöhte sich nicht nur die Batterieeffizienz, sondern auch die Reichweite.

Sattel und Heck der Trinity Venus
Sattel und Heck der Trinity Venus

 

60km Reichweite im Feldversuch

In unserem Feldversuch schaffte der Roller zwischen Stadtgebiet und Landstraße eine Reichweite von 60 Kilometern. Das entspricht nahezu den Herstellerangaben.

Zu beachten ist jedoch: Die ersten 50 Kilometer fuhr der Roller konstant zwischen 45 – 52 km/h der Maximalgeschwindigkeit. Nach dem 50. Kilometer gab die Trinity Venus bei der Maximalgeschwindigkeit nach. In den letzten Metern wurden nur noch max. 35 km/h erreicht.

Der Durchschnittsdeutsche legt täglich 16,9km Pendelstrecke zurück, so heißt es in einer Studie aus dem Jahr 2017 [4]. Gemessen an dieser Statistik, kann man die tägliche Strecke mit einer vollaufgeladenen Trinity Venus an drei aufeinanderfolgenden Tagen zurücklegen.

Aufladen drinnen oder draußen – in acht Stunden

Wenn die Batterie „leergefahren“ ist, geht es ans Aufladen. Der Hersteller lieferte uns ein Ladegerät mit, passend für die normale europäische Steckdose. In den Transformator wurde ein Ventilator eingebaut der dafür sorgt, dass das Netzteil nicht überhitzt.

Auf zwei Arten kann die Trinity Venus geladen werden. Variante 1: Man schließt das Kabel an den externen Anschluss direkt unter dem Sitz. Variante 2: Man entfernt den Akku aus seiner Halterung aus dem Sitzfach. Das bietet den Vorteil, dass der Roller auf der Straße stehen bleiben kann, während man den Akku in der Wohnung lädt.

Angeschlossen an der Steckdose braucht der leere Akku ungefähr 8 Stunden volle Aufladezeit. Was beim Fahren komplett wegfällt, entpuppt sich beim laden als eine Überraschung: Geräusche! Der Ventilator des Netzteils ist mit einem Brummen gut zu hören. Wo genau die Batterie aufgeladen wird muss also bedacht werden.

Um das Laden zu beschleunigen bietet der Hersteller auch ein separat bestellbares Schnellladegerät. Damit verkürzt sich die Ladezeit um die Hälfte auf ca. 4 Stunden.

Vor- und Nachteile der Trinity Venus:

+ hochwertige Lithiumbatterie, herausnehmbar

+ benutzerfreundlich

+ Reichweite 60km

+ günstiger Einstiegspreis

– Brummgeräusch beim Aufladen des Akkus

– Stauraum fehlt (zukaufbar mit Topcase)

 

Fazit: Leises fahren, lautes Aufladen

Wer einen einfachen Einstieg in die Mikromobilität sucht ist mit der Trinity Venus ziemlich gut beraten.

Im Vergleich zu den günstigen Modellen mit Bleibatterien aus China, bietet die Trinity Venus eine hochwertige Lithiumbatterie, die flexibel herausgenommen werden kann.

Die Bedienung des Rollers ist benutzerfreundlich und braucht nur eine kurze Gewöhnungszeit.

Kritikpunkt ist das relativ laute Brummen beim Laden des Akkus. So kann er wohl nicht direkt am Schreibtisch im Großraumbüro geladen werden. Viele Arbeitgeber arbeiten jedoch ohnehin an Konzepten für Ladeschränke, die das Laden am Arbeitsplatz vereinfachen sollen.

Definitiv macht die Trinity Venus Lust auf „grünes Fahren“ und überzeugt mit jeder Menge Fahrspaß.

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Igor

Igor packt gerne mit an und ist sich nie zu schade auch die verrücktesten Ideen in die Tat umzusetzen. Er ist unter anderem der Fahrer unser 1.200km E-Scooter Challenge durch Deutschland und oft an allen Fronten gleichzeitig tätig. Und wenn er nicht gerade auf einem E-Scooter steht oder E-Roller testet, tut er im Innovation Lab der eprimo GmbH was er am besten kann: Ideen entwickeln, planen und umsetzen.
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