Darf ich meinen E-Scooter am Arbeitsplatz aufladen?

Story Highlights

  • Gesetzeslage für das Laden von E-Bikes / Pedelecs verbessert
  • E-Scooter werden im Gesetzestext (noch) nicht im speziellen genannt
  • Laden erlaubt, wenn der Arbeitgeber zustimmt

Mit dem E-Scooter auf die Arbeit flitzen und dort den leeren Akku wieder aufladen? Das geht nur so lange der Arbeitgeber das Laden privater Geräte gestattet! Wir betrachten das Thema aus der Perspektive von Arbeitnehmern und Arbeitgebern. Was gibt es zu beachten?


Ob Smartphone, E-Scooter oder E-Tretroller: Sie alle benötigen Strom. Zuhause kommt der Strom aus der privaten Steckdose und geht auf die eigene Rechnung. Doch kann ich die gleichen Geräte auch einfach am Arbeitsplatz laden? Ab wann begehe ich Stromdiebstahl?


E-Scooter bieten Pendlern eine umweltfreundliche und günstige Fahrmöglichkeit für die erste und letzte Meile des Arbeitswegs. Doch dafür braucht es einen geladenen Akku.

Private Smartphones werden von vielen bereits am Arbeitsplatz geladen. Demnach dürfte der Arbeitgeber auch nichts gegen das Laden von E-Bikes, E-Scootern oder E-Rollern haben – oder? Diese Hypothese ist mit Vorsicht zu genießen. Das Laden privater Geräte ist oftmals nur geduldet. Eine generelle Erlaubnis private Elektrogeräte am Arbeitsplatz zu laden gibt es gesetzlich nicht.


Steuerliche Regelungen zum Geräte Laden am Arbeitsplatz

Bis Ende 2017 mussten Arbeitnehmer vom Arbeitgeber entnommenen Strom versteuern.[1] Dies führte in vielen Betrieben zu einem generellen Ladeverbot.

Doch mittlerweile sieht die Gesetzeslage für E-Bikes freundlicher aus: Unternehmen dürfen ihren Mitarbeitern Strom für E-Bikes und Pedelecs kostenlos zur Verfügung stellen. Dieser muss nicht nachträglich versteuert werden.

Im Gesetzestext wird bisher jedoch nur Bezug auf E-Bikes genommen, nicht auf die relativ neuen E-Scooter. Ob die Regelung auch für Elektrokleinstfahrzeuge gelten soll, ist daher derzeit noch offen, so dass zunächst von einer Steuerpflicht ausgegangen werden muss.  

Stromdiebstahl: Wenn das Laden nicht genehmigt ist

Das Laden eines E-Scooters kostet je nach Modell ca. 0,30 €. 2 Trotz dieses verhältnismäßig geringen Betrags, muss die Zustimmung des Arbeitgebers vorliegen.

Ist dies nicht der Fall, kann auch bei einem solch geringen Wert der Vorwurf des Stromdiebstahls im Raum stehen. Die Folgen können eine Abmahnung oder sogar Kündigung sein.[2]

Gesetzliche Pflichten für Arbeitgeber

Erlaubt ein Arbeitgeber seinen Mitarbeiten das Aufladen von Elektrogeräten am Arbeitsplatz, so hat er entsprechende gesetzliche Pflichten zu erfüllen.

Um die Sicherheit seiner Mitarbeiter zu gewährleisten, hat er nach § 4 1. ArbSchG dafür Sorge zu tragen, dass kein Risiko für die Gesundheit seiner Mitarbeiter besteht.[1]

Außerdem sind Arbeitgeber nach BetrSichV und der DGUV Vorschrift 3 dazu verpflichtet jedes Elektrogerät vor Inbetriebnahme auf seine Sicherheit zu überprüfen.[2] Und das nicht nur einmalig, sondern regelmäßig von einer befähigten Person. Beispielsweise einer Elektrofachkraft, die die Sicherheit des Gerätes beurteilen kann.


Ist das Laden eines E-Scooters / E-Rollers am Arbeitsplatz erlaubt?

Grundsätzlich empfehlen wir sich vor dem Laden privater Elektrogeräte mit dem Arbeitgeber abzustimmen.

In manchen Unternehmen gibt es bereits Regelungen, beispielsweise eine Betriebsvereinbarung, die Klarheit schafft und rechtsverbindliche Regeln aufstellt. Andere wiederum bieten bereits festinstallierte Ladestationen, von denen Arbeitnehmern Gebrauch machen können.

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Tamara

Tamara ist unsere "Queen of Content:" Wenn sie nicht gerade durch die Welt reist, Tiere rettet oder Strände von Müll befreit, unterstützt sie uns im Innovation Lab der eprimo GmbH, unsere Artikel und Projekte in passende Worte zu verpacken. Aber nicht nur beim richtigen Ausdruck, auch in Sachen Design arbeiten wir immer wieder mit der staatl. geprüften Gestaltungs- und Medientechnischen Assistentin zusammen.
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