E-Scooter mit Straßenzulassung in Deutschland

Story Highlights

  • Stand 07/2019: Nur 2 E-Scooter Modelle mit Straßenzulassung
  • Ohne Straßenzulassung: Bis zu 80€ Bußgeld & ggfs. Konfiszierung
  • Praxistest: Verkäufer unwissend in Hinblick auf Zulassung

E-Scooter dürfen seit Juni 2019 endlich legal im deutschen Straßenverkehr mitfahren. Doch Vorsicht: Nicht jeder E-Scooter ist zugelassen! Die vermeintliche Legalisierung aller E-Scooter täuscht also. Darüber hinaus scheint sich abzuzeichnen, dass bereits gekaufte E-Scooter ohne Straßenzulassung diese nachträglich auch nicht mehr erhalten werden. Wir schaffen Klarheit in Sachen E-Scooter und Straßenzulassung!


Worauf du beim Kauf achten solltest:

Viele Handelshäuser und Internetportale verkaufen bereits seit geraumer Zeit E-Scooter zu attraktiven Preisen. Die Versuchung ist groß beim nächsten Angebot einfach zuzugreifen!

Doch wer seinen E-Scooter auch auf der Straße fahren will, braucht dafür ein Modell mit Straßenzulassung.

Um eine Straßenzulassung zu erhalten muss der E-Scooter folgende Kriterien erfüllen:

  • max. 500 W Leistung
  • Eine Versicherungsplakette inkl. Haftpflichtversicherung
  • Eine Vorder- und Rücklichteinrichtung
  • Eine Klingel
  • Zwei voneinander unabhängige Bremsen
  • Maximale Maße: Breite 70 Zentimeter, Höhe 1,40 Meter, Länge 2,00 Meter
  • Maximalgewicht: 55 Kilo
  • Lenk- und Haltestange
  • max. bautechnische Geschwindigkeit bis 20 km/h

Achte beim Kauf darauf, dass das E-Scooter Modell die oben beschriebenen Merkmale aufweist.

Wenn du sichergehen willst, kannst du deinen Händler oder Verkäufer nach der ABE des deutschen Bundeskraftfahrtamtes (allgemeinen Betriebserlaubnis) des E-Scooter fragen. Weicht der Verkäufer aus, handelt es sich wahrscheinlich nicht um ein straßenzugelassenes E-Scooter Modell.

In diesem Fall würden wir dir vom Kauf abraten. Denn wer will einen E-Scooter, mit dem er nur auf eigenem Privatgelände fahren darf?

Hier in diesem Beitrag haben wir über die Rechtslage der E-Scooter in Deutschland detailliert berichtet.


Viele neue Modelle kommen erst im Spätsommer 2019 auf den Markt

Im Zuge unserer Recherche haben wir festgestellt, dass viele Hersteller die eKFV offenbar unterschätzt haben.

Zahlreiche Unternehmen lassen ihre Modelle erst jetzt bei Prüfunternehmen wie dem TÜV zertifizieren. (2) Der Hersteller Wahlberg Urban Electrics erwartet eine Zulassung seiner Modelle Anfang/Mitte August. (3)

Die obenstehenden Merkmale für einen straßenzugelassenen E-Scooter sind in vielen anderen Ländern keine Voraussetzung für die Nutzung. Zahlreiche Händler haben die bisherigen, nicht straßenzugelassenen Modelle jedoch noch auf Lager.

Die Folge: Der Markt ist immer noch voll mit Modellen, die nicht legal auf deutschen Straßen gefahren werden können.


Praxistest im Elektrofachhandel: Keine Straßenzulassung, keine Ahnung!

Wir haben einen kleinen Praxistest unternommen: In einem Elektrofachhandel in Frankfurt am Main haben wir uns zum Kauf eines E-Scooter beraten lassen und gaben uns als potenzielle Kunden aus.

Der Verkäufer wusste nicht, dass unser ausgesuchtes Modell keine Straßenzulassung hatte. Auch eine ABE konnte er dementsprechend nicht vorweisen.

Nach unserer Meinung ein Armutszeugnis für diesen Händler – vermutlich aber kein Einzelfall.


Keine Straßenzulassung? Bis zu 80€ Bußgeld!

Wer ein Modell ohne Straßenzulassung auf der Straße fährt ist illegal unterwegs. Im Falle einer Kontrolle winken bis zu 80€ Bußgeld, sowie gegebenenfalls die Konfiszierung des E-Scooters durch die Polizei.

Gerät ein E-Scooter-Fahrer mit einem Modell ohne Straßenzulassung in einen Unfall, haftet dieser mit dem Privatvermögen. Die persönliche Haftpflichtversicherung greift in diesem Fall nicht.


Metz Moover, BMW X2 City sind zurzeit die einzigen zugelassenen E-Scooter in Deutschland (Stand: 07/2019)

Wer gerne schon in diesem Sommer mit einem E-Scooter fahren will, ist mit einem Modell von Metz oder BMW gut beraten. Sie verfügen bereits über die erforderliche Straßenzulassung. Auch eine Haftpflichtversicherung kann für diese Modelle abgeschlossen werden.

In vielen deutschen Städten bieten Sharing-Anbieter auch Modelle zum Verleih an. Hier findest du eine Liste der Sharing Anbieter für E-Scooter in Deutschland. Gute Fahrt!

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Igor

Igor packt gerne mit an und ist sich nie zu schade auch die verrücktesten Ideen in die Tat umzusetzen. Er ist unter anderem der Fahrer unser 1.200km E-Scooter Challenge durch Deutschland und oft an allen Fronten gleichzeitig tätig. Und wenn er nicht gerade auf einem E-Scooter steht oder E-Roller testet, tut er im Innovation Lab der eprimo GmbH was er am besten kann: Ideen entwickeln, planen und umsetzen.
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