Muss ich auf dem E-Roller einen Helm tragen?

Story Highlights

  • Helmpflicht bei Fahrzeugen mehr als 20 km/h
  • Sog. "Schmuckhelme" nicht ausreichend
  • Bei Verstoß: Bußgelder / Leistungsminderung d. Versicherung

Seit dem Jahr 2006 ist das Tragen eines „geeigneten Schutzhelms“ Pflicht, wenn ein Kraftrad mit mehr als 20 km/h Höchstgeschwindigkeit gefahren wird. Das gilt laut Straßenverkehrsordnung für Fahrer und Mitfahrer. Was es sonst noch in Sachen Helm zu beachten gibt und wie man den richtigen Schutzhelm findet, darüber sprechen wir hier.


Laut einer Studie aus Februar 2019, veröffentlich vom deutschen Verkehrsbundesamt, sind zuletzt wieder mehr Motorradfahrer bei Unfällen ums Leben gekommen. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Anzahl der tödlich verunglückten Motorradfahrer um 9% auf 699 Menschen. (1)

Schutzhelme sind jedoch nicht nur für Motorradfahrer, sondern auch für E-Roller- und E-Scooter-Fahrer ein wichtiger Schutz. Dabei spielt das jeweilige Helmmodell durchaus eine Rolle und bei weitem nicht jeder Helm ist ein guter Helm.

Keine Ausnahme und keine „Schmuckhelme!“

Für Motorradfahrer und E-Roller-Fahrer (ab 20 km/h) gilt in Deutschland die Helmpflicht. Dabei gibt es keine Ausnahmen. Die Helmpflicht gilt zum Beispiel auch für religiöse Turbanträger, wie der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg 2013 entschieden hat. (2)

Nicht jeder Helm ist dabei ein geeigneter Schutzhelm: Arbeits- Feuerwehr- oder Militärhelme werden für E-Roller und Motorradfahrer übrigens nicht anerkannt. Den einfachen „Schüsseln“ fehlt die notwendige Schutzwirkung.

Ausreichend schützende Helme erkennt man am ECE-Einnäher. Die „Economic Commission for Europe“ legt einheitliche Vorschriften für die Anforderungen an Motorradhelme fest. Geprüfte Modelle tragen dann am Kinnriemen oder im Futter die entsprechende Kennzeichnung. (Aktuell ECE-R 22.05. (3)).

Ohne Helm fahren? Bußgeld & Leistungsminderung der Versicherung möglich

Wer trotzdem ohne oder mit unzureichendem Schutzhelm unterwegs ist, riskiert nicht nur Bußgelder. Im Falle eines Unfalls können Versicherungen die Leistungen mindern. Das gilt auch für den Fall, dass der Versicherte nicht der Unfallverursacher war.

Den richtigen E-Roller-Helm auswählen

Wer einen E-Roller-Helm kaufen möchte, sollte Zeit mitbringen und das Modell unbedingt selber anprobieren. Idealerweise für eine Probezeit von bis zu zehn Minuten, um Druckstellen oder Allergien sicher auszuschließen.


Ein guter Helm muss perfekt sitzen.
Er liegt fest am gesamten Kopf an, ohne dabei schmerzende Druckstellen zu verursachen. Beim Schieben des Helms von links- nach rechts sollte sich die Kopfhaut mitbewegen können.

Die Helmgröße hilft eine erste Größenorientierung zu gewinnen: Der über den Ohren, an der dicksten Stelle gemessene Kopfumfang in Zentimetern entspricht der numerischen Helmgröße.

Je nach Hersteller und Modell können die Größen jedoch leicht abweichen, weshalb das Anprobieren unabdingbar bleibt.

Helme mit leuchtenden, hellen Farben sind aufgrund der besseren Sichtbarkeit zu bevorzugen.

Helmlebensdauer und -Austausch

Ein guter Helm hat bei durchschnittlicher Nutzung etwa eine Lebensdauer von fünf Jahren. (3)

Helme mit sichtbaren Schäden sollten ausgetauscht werden. Unabhängig von optisch erkennbaren Einschränkungen empfiehlt sich immer ein unverzüglicher Helmwechsel, wenn der Helm an einem Unfall beteiligt war. 

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Tamara

Tamara ist unsere "Queen of Content:" Wenn sie nicht gerade durch die Welt reist, Tiere rettet oder Strände von Müll befreit, unterstützt sie uns im Innovation Lab der eprimo GmbH, unsere Artikel und Projekte in passende Worte zu verpacken. Aber nicht nur beim richtigen Ausdruck, auch in Sachen Design arbeiten wir immer wieder mit der staatl. geprüften Gestaltungs- und Medientechnischen Assistentin zusammen.
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